Jugendprogramm : Ein Jahr Barmstedt: Austauschschüler Eric Carrero kehrt bald zurück nach Finnland

Flankiert von Nadja und Lasse Winter der finnische Austauschschüler Eric Carrero. Er fühlt sich bei der Barmstedter Familie gut aufgehoben.
Flankiert von Nadja und Lasse Winter der finnische Austauschschüler Eric Carrero. Er fühlt sich bei der Barmstedter Familie gut aufgehoben.

Der Schüler besucht hier das Gymnasium. Deutsche Schulen erhalten von ihm aber kein gutes Urteil.

shz.de von
24. Mai 2018, 12:00 Uhr

Barmstedt | Im Juni endet der einjährige Aufenthalt des finnischen Austauschschülers Eric Carrero bei der fünfköpfigen Familie Winter in Barmstedt. „Der Abschied wird natürlich gefeiert“, unterstreicht der 17-Jährige im Beisein der Gastgeberin Nadja Winter und Sohn Lasse (13). Diese nicken zustimmend. Der Kontakt zu der deutschen Familie erfolgte über die Organisation „Youth for understanding (YFU). Nachdem der junge Mann mit dem Flieger in Hamburg gelandet war, nahm er erst einmal an einem vorbereitenden YFU-Camp in Lauenburg teil, bevor es nach Barmstedt ging. Dort brauchte er natürlich eine zeitlang, bis er sich eingewöhnt hatte, doch jetzt ist er beinahe so etwas wie ein sechstes Familienmitglied. 

Eric findet finnische Schulen moderner


Der normale Tagesablauf gestaltet sich wie in den meisten deutschen Familien. Es geht früh aus den Federn und anschließend zur Schule. „Ich besuche hier das örtliche Gymnasium“, so Eric. „Es fällt mir ein bisschen schwer, dem Unterricht zu folgen.“ Nach den Erfahrungen, die er mit der deutschen Schule und dem deutschen Schulwesen gemacht hat, kommt er zu dem Schluss, dass die finnische Schule moderner sei und die Lehrer mehr Engagement zeigten: Das gibt zu denken.

Mittags wird gegessen, anschließend sitzen alle mehr oder minder lange über den Schularbeiten. Anschließend verfolgt jeder seine eigenen Interessen, aber es wird natürlich auch etwas gemeinsam unternommen. „Ich spiele gern Handball und gehe ins Fitness-Studio“, verrät Eric. Fußballbegeistert sind alle, Austragungsort für manches ausgelassene Match ist der Garten. Dabei mischt auch der Vater mit. Ruhiger geht es beim Kartenspielen zu, zu dem sich alle um den Tisch versammeln. Einen großen Eindruck hat bei dem jungen Finnen die Reise nach Sachsen hinterlassen. Auf der Route lagen – selbstverständlich – das architektonisch atemberaubende und herrlich gelegene Dresden sowie das Elbsandsteingebirge. Spaß hat aber auch das Grillen bei Lasses Tante am Wedeler Elbstrand sowie das BMTV-Handballcamp bereitet. „Etwas ganz Besonderes war für mich die Fahrt mit meinem Gastgeber nach Dänemark“, so der 17-Jährige. „Dort habe ist erstmals in meinem Leben geangelt.“ In der Zeit seines Aufenthaltes in Deutschland hat der Austauschschüler viele neue Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen. Vielleicht bleibt der eine oder andere Kontakt ja erhalten. Mit einem einwöchigen Seminar der „Youth for Understanding“ in Berlin, das auf die Heimkehr nach Finnland vorbereiten soll, endet der Deutschland-Aufenthalt des jungen Finnen.


Bereichernde Erfahrungen

„Ich habe bei der Familie Winter eine wunderbare Zeit verlebt, viel erfahren und gelernt“, erklärt er abschließend. Nadja Winter ruft alle, denen es möglich ist, dazu auf, auch Austauschschüler aufzunehmen – gleichgültig, über welche Organisation das geschieht. „Alle Beteiligten, Gäste und Gastgeber, machen dabei wertvolle und bereichernde Erfahrungen.“
 

Für das kommende Jahr sucht die „YFU“ übrigens für Schülerinnen und Schüler aus etwa 50 Ländern weltweit Gastfamilien in Deutschland. Interessierte Familien können sich ab sofort bei „YFU“ melden. Die telefonische Kontaktaufnahme ist unter der Rufnummer (0 40) 2 27 00 20 möglich.


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