Natur pur : „Ein echter Hingucker geworden“

<p>Freuen sich über die Blütenpracht: Stadtvertreterin Marina Quoirin-Nebel (Grüne) und Bauhofleiter Torben Kuhlmann.</p>
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Freuen sich über die Blütenpracht: Stadtvertreterin Marina Quoirin-Nebel (Grüne) und Bauhofleiter Torben Kuhlmann.

Die Blühwiese am Rantzauer See erfreut nicht nur Passanten, sondern auch Insekten. Bauhof sucht weitere Flächen.

shz.de von
14. Juli 2018, 10:22 Uhr

Barmstedt | Die bunte Wiese nahe der Fischtreppe am Rantzauer See sorgt für Aufmerksamkeit: Mehrere Passanten bleiben stehen und machen Fotos, eine andere Spaziergängerin erkundigt sich bei Barmstedts Bauhofleiter Torben Kuhlmann – der gerade vor Ort ist – nach dem Namen der Saat, aus der die blühende Vielfalt entstanden ist. „Wehretaler Sommertraum“, sagt Kuhlmann, dessen Mitarbeiter die Mischung im April ausgesät haben. Seit etwa drei Wochen stehen nun Sonnenblumen, Sonnenhüte, Roter Lein, Schmuckkörbchen und diverse andere Sorten in voller Blüte. Rot, pink, blau, gelb – „das Ergebnis kann sich sehen lassen“, freut sich Kuhlmann. „Die Wiese ist ein echter Hingucker geworden.“

Und nicht nur die Besucher des Rantzauer Sees, auch die Insektenwelt freut sich: Auf den Blüten sind unter anderem Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge zu sehen, wie Stadtvertreterin Marina Quoirin-Nebel (Grüne) erläutert. Sie freue sich sehr über die Blühwiese, die der Bauhof angelegt hat, nachdem die Tannen gerodet worden waren. „Sie waren alle tot und mussten weg“, erklärt Kuhlmann. Drei „Gerippe“ stehen allerdings noch. „Wir dachten, sie würden wieder voll ausschlagen“, sagt der Bauhofleiter, „aber das wurde leider nichts.“ Sie sollen demnächst ebenfalls gefällt und durch kleine Laubbäume ersetzt werden, um den Wanderweg von der Umgehungsstraße abzuschirmen.

Die etwa 500 Quadratmeter große Blühwiese soll nur der Anfang sein: „Wir suchen weitere geeignete Flächen“, so Kuhlmann. Die Grünen hatten im jüngsten Umweltausschuss mit ihrem Antrag Erfolg, in der Stadt an Straßenrändern, an Parkstreifen, auf Verkehrsinseln und sonstigen geeigneten  Flächen weitere Blühstreifen oder Blühwiesen anzulegen. „Der dramatische Rückgang der Insekten ist auch in Barmstedt eine Tatsache“, so Quoirin-Nebel.

Ebenfalls auf Initiative der Grünen mäht der Bauhof bereits seit längerem die Straßenränder nur noch eingeschränkt, damit Insekten mehr Lebensraum finden. Außerdem verzichten die Gärtner auf Glyphosat, wie Kuhlmann betont. „Wir benutzen stattdessen mechanische Mittel wie Fugenkratzer und Bürste.“ Auch die Melde, die unerwünschterweise in der Blühwiese wachse, müsse per Hand entfernt werden. Generell, so Kuhlmann, bedeute die Wiese für den Bauhof aber weniger Arbeit als zum Beispiel Stauden.

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