Mitgestalten : Ein Bürgerbus für Hörnerkirchen?

Sybille Buchner (SPD) diskutierte mit Hökis Bürgern mögliche  Ideen für ein attraktiveres Dorf.
Sybille Buchner (SPD) diskutierte mit Hökis Bürgern mögliche Ideen für ein attraktiveres Dorf.

SPD-Spitzenkandidatin Sybille Buchner diskutiert mit den Bürgern über die Zukunft der Gemeinde.

shz.de von
30. Januar 2018, 16:30 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Der Kreis Pinneberg gehört zu den dichtbesiedelsten Regionen in Norddeutschland. Geprägt wird er vor allem durch Städte wie Elmshorn, Pinneberg oder Wedel. Doch der Norden des Kreises ist noch immer ländlich geprägt.

Das Amt Hörnerkirchen besteht aus vier Dörfern, von denen Brande-Hörnerkirchen eine Art Mittelpunktgemeinde bildet. Der Ort bietet Ärzte, einen Edeka-Markt, Kindergärten und eine Grundschule. Doch um sich für eine lebenswerte Zukunft fit zu machen, sind neue Ideen gefragt. Denen spürte jüngst die SPD nach. Der Ortsverein hatte unter dem Motto „Wie machen wir unser Höki attraktiver?“ ins Landhaus Mehrens geladen. Knapp 30 interessierte Bürger folgten dem Ruf.

Sybille Buchner, die neue Spitzenkandidatin der örtlichen Sozialdemokraten, übernahm die Moderation und erklärte auch gleich das Prozedere. Alle Gäste durften auf Zetteln ihren wichtigsten Wunsch für die Dorfzukunft schreiben.

Heraus kamen unzählige Ideen wie „Flutlicht Sportplatz“, „Straßenfest“, „Erneuerung Parkbänke“ oder „Büchertausch-Telefonzelle“. Einige Punkte wurden gleich mehrfach genannt, darunter der öffentliche Nahverkehr.

Schulwegsicherheit steht im Fokus

Die Anbindungen seien schlecht, hieß es, und auch die Taktung lasse zu wünschen übrig. Angedacht wurden Kleinbusse und ein Zubringerservice zum Bahnhof Dauenhof in Westerhorn. Auch die in Dithmarschen bereits erprobte Idee eines von Rentnern gelenkten Bürgerbusses soll weiter verfolgt werden.

Gleich viermal wurde ein „sicherer Schulweg“ als Hauptwunsch genannt. Bemängelt wurden die zu hohen Geschwindigkeiten vieler Autofahrer an den Ortseingängen aus Bokel und Westerhorn. Das sichere Queren der Hauptstraße sei ohne zusätzliche Ampel gefährlich. Auch sollte der Schulweg an einigen Stellen besser ausgeleuchtet werden. Für die „gefühlte Sicherheit“ sei obendrein das Stutzen des Randbewuchses wichtig. Angedacht wurden ein Zebrastreifen in 3-D-Bemalung, wie es ihn bereits in Finnland gibt, Verkehrsinseln an den Ortseingängen zur Geschwindigkeitsreduzierung, oder die Installation eines festen Blitzgerätes.

SPD-Ortschef Werner Harms macht deutlich, dass viele Ideen schwer umsetzbar seien, weil man sich mit Land und Kreis verständigen müsse. Die Kosten seien oftmals das geringere Problem. „Richtlinien und Erlasse machen die eigentliche Problematik aus“, so Harms.

Sybille Buchner unterstrich, wie wichtig es sei, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. In der Gemeindevertretung gehe vieles „einfach seinen Weg“. Neue Ideen von außen seien jederzeit willkommen. Mit in die Kreispolitik tragen will Harms die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum für größere Familien. Auch im Norden des Kreises Pinneberg seien die Preise für Wohnungen längst nahezu unbezahlbar geworden.

Nachdenken will die SPD auch über die Planung von Neubaugebieten. Eine Anwohnerin hatte bemängelt, dass diese Sackgassen-Charakter besäßen und allesamt auf die Hauptstraße führen würden. Attraktive Nebenwege seien bei den Planungen vernachlässigt worden. Dabei würden oft schon Fußwege ausreichen, um die Hauptstraße umgehen zu können.

Gedanken machen wollen sich die Genossen auch in Hinsicht auf eine Umgestaltung der Dorfmitte. Das Areal um Hörnerkirchens Marktplatz soll verschönert werden, und nach Möglichkeit soll auch die Hauptkreuzung entschärft werden.

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