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Barmstedt : Ehrenamt zur Betreuung von Migranten

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ansturm von Asylbewerbern: Die Verwaltung ist überlastet – der Sozialausschuss will ein neues Ehrenamt schaffen.

Barmstedt | Dass immer mehr Asylbewerber Deutschland erreichen, bekommt auch Barmstedt zu spüren. „Der Ansturm nimmt zu – was für uns entsprechende Mehrarbeit bedeutet“, sagte Fachamtsleiter Uwe Dieckmann während des Sozialausschusses am Montag. Zurzeit betreue die Stadt etwa 70 Asylbewerber, „2008 waren es 20“. Für deren Betreuung habe das Kubus-Gutachten der Verwaltung damals eine Stunde pro Woche empfohlen. „Das reicht hinten und vorne nicht mehr aus“, sagte Dieckmann.

Um die zusätzliche Arbeit bewältigen zu können, sollte die Stadt eine ehrenamtliche Migrationsbeauftragte beschäftigen, schlug Dieckmann vor. „Dabei geht es nicht um die Erledigung der rechtlich vorgeschriebenen Aufgaben, sondern darum, die Menschen hier willkommen zu heißen und sie bei den ersten Schritten in dem für sie unbekannten Land zu begleiten.“ Honoriert werden könnte die Tätigkeit mit 200 Euro pro Monat.

Die Politiker sahen den Bedarf ebenfalls. „Die Verwaltung und die bisher in dem Bereich tätigen Ehrenamtler können die Arbeit allein nicht mehr leisten“, sagte Marina Quoirin-Nebel (Grüne). Seit Jahresbeginn – als die Asylbewerberzahlen anfingen, stark zu steigen – „läuft zwar alles irgendwie, aber wenn es so weitergeht, wird es zusammenbrechen“. Auch Mareyke Herrmann (BALL) sprach sich dafür aus, Mittel für die Stelle bereitzustellen. „Wir sollten ein Interesse daran haben, dass die Menschen sich bei uns wohlfühlen.“

Migrationsberatung sei Aufgabe des Kreises, erklärte dagegen Ortwin Schmidt (CDU). „Daher sollte der die Kosten übernehmen.“ Christian Schönfelder (FWB) mahnte an, die Stelle müsse regelmäßig auf ihre Notwendigkeit hin überprüft werden. „Momentan ist der Bedarf da, aber das kann sich ja auch mal ändern.“

Letztlich stimmten sieben Politiker dafür, die neue Stelle einzurichten – und sie mit 250 Euro pro Monat zu honorieren, um sie der Behindertenbeauftragten gleichzustellen. Ortwin und Hauke Schmidt (beide CDU) enthielten sich. Das letzte Wort hat der Hauptausschuss.

Für Asylbewerber und Migranten bietet die Caritas in Barmstedt eine wöchentliche Sprechstunde im Rathaus an (freitags von 9 bis 12 Uhr). Das Angebot – Hilfe bei Behördengängen, Sprachproblemen und ähnlichem –  werde gut genutzt, sagte Uwe Dieckmann (Verwaltung). Zudem haben Bürger jüngst einen Runden Tisch gegründet, um Migranten und Asylbewerbern zu helfen.
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erstellt am 17.Sep.2014 | 13:15 Uhr

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