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Barmstedt : Drei neue Stolpersteine im November

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Verlegungen an der Mühlenstraße und an der Austraße sollen an Zwangsarbeiter-Kinder erinnern. Hinweisschilder auf Gedenkstätte.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2015 | 12:15 Uhr

Barmstedt | Die Barmstedter Arbeitsgemeinschaft (AG) Stolperstein will im November drei neue Stolpersteine in der Stadt verlegen. Sie sollen an der Austraße und an der Mühlenstraße an drei Opfer des Nationalsozialismus erinnern.

Im Verwaltungsgebäude der Schlickumsiedlung – heute Austraße 10, früher 11 – hätten etwa 30 Zwangsarbeiter und ihre Kinder gelebt, so die AG-Mitglieder Lucian Bucke und Helmut Welk. Ein Stolperstein soll an Iwan Dedoscha aus Russland erinnern, der am 19. Dezember 1943 im Alter von zwei Jahren starb – angeblich an Lungenentzündung. Ein zweiter Stein wird für seine Schwester Valentina verlegt, die am 20. Januar 1944 starb – als offizielle Todesursache wurde „Verdauungsstörungen und Krämpfe“ angegeben.

Im Haus Mühlenstraße 39 – früher 31 – hätten etwa 100 Zwangsarbeiter gelebt, die für das Unternehmen Zeigmeister arbeiten mussten, so die AG. Ein Stolperstein soll zum Gedenken an Adam Plaszyk verlegt werden, der 1943 in Ellerbek geboren wurde und am 4. Februar 1945 mit knapp zwei Jahren an „Lungenentzündung und Herzschwäche“ starb.

Alle Steine sollen direkt vor den Häusern auf dem Gehweg eingesetzt werden. Der Kölner Künstler Gunter Demnig – der am 3. Juni 2013 auch den ersten Stolperstein in Barmstedt verlegt hat, der an der Königstraße an das Euthanasie-Opfer Rudi Sass erinnert – wird die Steine im November verlegen. „Bis dahin war er ausgebucht“, so Bucke.

Umgesetzt hat die AG zwischenzeitlich ein weiteres Projekt: Seit kurzem stehen in der Stadt fünf Schilder, die auf die Gedenkstätte für Zwangsarbeiter auf dem Barmstedter Friedhof hinweisen. „Dafür danken wir auch der Verwaltung, die sich sehr für unser Anliegen eingesetzt hat, eine lebendige Erinnerungs- und Bekenntniskultur in Barmstedt voranzubringen“, so Welk und Bucke. Die Gedenkstätte sei aber noch im Aufbau: „Es fehlen noch die zwölf Gedenksteine für jedes Opfer, die die persönlichen Daten tragen und aus einem witterungsbeständigen Stein gefertigt sein sollen.“ Da jeder Stein bis zu 400 Euro koste, würde sich die AG über Spenden freuen.

Für Spenden für die Gedenksteine oder ihre sonstige Arbeit hat die AG Stolperstein das folgende Konto eingerichtet: Sparkasse Südholstein, Stichwort: Stolperstein, Kontonummer 510331580, Bankleitzahl 23051030 oder IBAN: DE95230510303315 80 und BIC: NOLADE21SHO
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