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Fussball im SSV Rantzau : Drei Generationen – eine Leidenschaft

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Hans Drath war einer der ersten Spieler im SSV Rantzau – sein Sohn und seine drei Urenkel sind dem Verein ebenfalls treu.

Barmstedt | 1912 wurde in Barmstedt der FC Rantzau gegründet – und von dem Zeitpunkt an war der damals zwölfjährige Hans Drath vom Fußballplatz nicht mehr wegzudenken. Ein Jahr später konnte er im ersten Trikot des jungen Vereins auf den Platz laufen. Die Fußballbegeisterung gab der Seniorchef einer Baumschule an seinen Sohn Heinz weiter. Der heute 85-Jährige fing 1945 als 13-Jähriger mit dem Training an. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Verein den Spielbetrieb wieder auf und wurde in SSV Rantzau umbenannt. Doch bevor die Trainingseinheiten beginnen konnten, musste der Platz von Unrat und Glassplittern gereinigt werden, erinnert sich Heinz Drath. „Barfuß sammelten wir den Müll auf. Erst danach konnten wir spielen“, erzählt er.

„Wir hatten noch keine Fußballschuhe; die gab es damals nicht. Es wurde immer barfuß trainiert, aber das hat uns hart gemacht“, erzählt Heinz Drath schmunzelnd, der sich gern an  seinen Trainer Schorsch Rudinger erinnert, der alle Mannschaften von Knaben bis Herren trainierte. Trikots gab es in der Nachkriegszeit zunächst ebenfalls nicht, und die Bälle hatten nur eine Naht. „Die ersten weißen Hosen haben unsere Mütter und Omas genäht. Auf unsere Hemden wurde das Vereinsemblem genäht. Darauf waren wir sehr stolz“, berichtet Drath.

Der junge Barmstedter fuhr mit seinen Eltern auch zu Spielen des HSV fuhr, die noch am Rotherbaum stattfanden. „Ein Bagger schob die Trümmer des Krieges zusammen, und um die Spiele sehen zu können, kletterten tausende Menschen auf die Ziegelhaufen. Man musste aufpassen, dass man nicht herunterfiel“, erinnert sich Drath und erwähnt augenzwinkernd, dass der HSV damals ja noch gewonnen habe. „Da waren sie noch gut.“ Der HSV und andere bekannte Vereine seien gern zu Freundschaftsspielen an die Düsterlohe gekommen, denn beim SSV habe es immer etwas zu essen gegeben. Heinz Draths Mutter kochte Hühnersuppe, und die Spieler wurden vor und nach dem Spiel verköstigt. „Als Bezahlung erhielten sie Butter, Speck und Kartoffeln, die sie mitnehmen konnten“, sagt Drath.

„Fußball war für mich alles, darüber habe ich die Schularbeiten vergessen“, lacht er und erinnert sich auch an Auswärtsspiele, wo sie mit Steinen beworfen worden seien, wenn sie als Sieger vom Platz gingen. Bis 1953 spielte Drath für den SSV, dann zog es ihn nach England, wo er als Gärtner arbeitete. 1955 zog er nach Osnabrück, um ein Studium als Diplom-Ingenieur im Gartenbau zu absolvieren. Er lernte seine spätere Ehefrau Erika kennen, die Landschaftsarchitektur studierte.

„Früher hatte ich mit Fußball nichts am Hut“

Das Paar bekam drei Kinder. Sohn Hadger interessierte sich allerdings nicht für Fußball, sondern wurde Leistungsschwimmer beim BMTV. Aber die Fußballleidenschaft übersprang offenbar nur eine Generation: Aktuell kicken Draths Enkelsöhne Julius, Vincent und Valentin für den SSV. „Sie können nur Fußballer werden, da sind die Gene ja massiv“, stellt Drath lachend fest – denn der andere Opa der Kinder Karl Zumkley sei ebenfalls Fußballer gewesen. Er spielte erfolgreich beim VfL Osnabrück.

Julius Drath (16) ist somit nicht nur HSV-Fan, sondern auch Fan des VfL Osnabrück. Er spielt beim SSV in der B-Jugend als rechter Verteidiger oder im defensiven Mittelfeld. Nach einem Kniebruch vor einem Jahr musste er allerdings sechs Monate pausieren. „Ein tolles Erlebnis war für mich die 100- Jahr-Feier des SSV. Da kamen 1  500 Zuschauer“, schwärmt Julius. Sein Bruder Vincent (12) spielt in der C-Jugend als erfolgreicher Mittelfeldspieler. „Zwei bis dreimal die Woche trainiere ich“, sagt der Borussia-Mönchengladbach-Fan. Der jüngste Fußballer der Familie ist Valentin. Der Sechsjährige spielt in der F-Jugend. „Mein Lieblingsspieler ist Pierre-Michel Lasogga vom HSV“, verrät er. „Valentin spielt rechter Flügelsturm, ist sehr schnell und schießt viele Tore“, sagt sein Vater stolz.

„Früher hatte ich mit Fußball nichts am Hut, aber heute lungere ich ständig auf dem Platz herum“, berichtet Hadger Drath, der sonnabends oft auf drei verschiedenen Fußballplätzen steht. Praktischerweise fänden die Spiele seiner Söhne immer zu unterschiedlichen Uhrzeiten statt. „Die F-Jugend spielt vormittags, die C-Jugend mittags und die B-Jugend hat abends Spiele – somit kann ich bei allen Spielen meiner Söhne dabei sein“, sagt Hadger Drath, der zudem oft gemeinsam mit seinen Söhnen und seinem Vater im Garten bolzt.

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erstellt am 28.Jun.2017 | 14:00 Uhr

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