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Barmstedt : Doppik: „Gewaltige Geldverbrennung“

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Umstellung des städtischen Haushalts kostet bisher 600.000 Euro. Die Politik kritisiert den hohen Personalaufwand.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2015 | 16:00 Uhr

Sie läuft seit mehreren Jahren, hat bisher etwa 600.000 Euro gekostet und wird länger dauern als geplant: die Umstellung des Barmstedter Haushalts auf die Doppik (doppelte Buchführung). Der Politik stoßen vor allem die enormen Kosten sauer auf. Günter Thiel (BALL) sprach im Hauptausschuss – in dem die Verwaltung über den aktuellen Stand berichtete – von einer „gewaltigen Geldverbrennung für etwas, das aus Sicht der Bürger nichts bringt“. Das Geld wäre sinnvoller im sozialen Bereich eingesetzt, sagte er. „Da brennt’s an allen Enden.“

Um die Eröffnungsbilanz für die Doppik erstellen zu können, muss die Stadt ihr gesamtes Vermögen bewerten – wozu sämtliche Gebäude, Grundstücke, Straßen, Brücken und das Inventar erfasst werden müssen. Eigentlich sollte das bis zum 1. Januar 2016 erledigt sein. Doch das sei nicht zu schaffen, so Fachamtsleiterin Andrea Uber. Aufgrund von Urlaub, Krankheitstagen, Mehrarbeit an anderer Stelle und des häufigen Personalwechsels sei der Zeitplan nicht zu halten. Auch Mitte 2016 werde nur zu realisieren sein, „wenn wir zwei weitere befristete Stellen bekommen“, sagte sie – woraufhin sich etwas unwirsches Gemurmel erhob.

Zwar seien die Mitarbeiter „hoch motiviert“, aber der Aufwand sei immens, sagte Uber. „Die müssen zum Beispiel in die Schulen und herausfinden, was die Möbel gekostet haben, die vor X Jahren gekauft wurden.“ Ob die Bewertungen nicht vereinfacht werden könnten, schlug Hauke Johannsen (CDU) vor. Davon halte sie nichts, entgegnete Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos). „Wir sollten schon eine ordentliche Eröffnungsbilanz erstellen, sonst bringt das alles wenig“, sagte sie – und dafür müsse gründlich recherchiert werden. Das werde sich zudem bei späteren Prüfungen durch das Gemeindeprüfungsamt als vorteilhaft erweisen, so Uber.

Das Land schreibt den Kommunen vor, ihre Haushalte bis Ende 2018 auf die Doppik umgestellt zu haben. Sie stelle das gesamte Vermögen einer Kommune dar und sei daher transparenter als die sonst angewandte Kameralistik, argumentieren die Befürworter.

In den Gemeinden des Amts Hörnerkirchen wird die Doppik seit 2014 angewandt. Das Buchungsgeschäft laufe dort „nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen relativ reibungslos“, so Uber. Es sei aber „im Ganzen leider wesentlich zeitaufwändiger“.

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