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Stadtwerke Barmstedt : Doppelter Abschied nach 58 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Hanna Schröder und Brigitte Meyer gehen in den Ruhestand. Die Kollegen begleiteten sie mit einem Autokorso durch Barmstedt.

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2016 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Sie sind in Barmstedt bekannt wie der sprichwörtlich bunte Hund: Hanna Schröder und Brigitte Meyer. Am Mittwoch wurden die beiden Stadtwerke-Mitarbeiterinnen von ihren Kollegen in den Ruhestand verabschiedet – nach insgesamt 58 Jahren im Unternehmen.

Schröder, die aus Meldorf stammt und 1980 nach Barmstedt zog, hat vor 34 Jahren im Hallenbad an der Kasse angefangen. Nach 26 Jahren war Schluss: „Da kam der Automat.“ Es habe aber Bedarf in der Reinigung gegeben, wie Werkleiter Fred Freyermuth berichtete. „Wir waren froh, dass sie eingesprungen ist.“ Vier Jahre lang reinigte Schröder zusammen mit ihren Kollegen die Umkleiden und einmal jährlich auch das Becken – dann wechselte sie für weitere vier Jahre als Raumpflegerin ins Verwaltungsgebäude an der Bahnhofstraße.

In ihrem Ruhestand wolle sie „auf jeden Fall etwas machen“, sagt die 63-Jährige, die drei Kinder hat. Einen Garten, in dem sie früher gern gearbeitet habe, habe sie zwar nicht mehr, „aber ich werde mir eine andere Beschäftigung suchen. Sonst rostet man ja ein.“

Meyer freut sich vor allem darauf, im Ruhestand mehr Zeit mit ihrem Mann verbringen zu können. „Er ist jetzt im passiven Teil der Altersteilzeit, und wir hatten beschlossen, dass ich dann auch aufhöre. Jetzt ist vor allem Familie angesagt“, sagt die 58-Jährige, die zwei Kinder und drei Enkel hat. Außerdem werde sie sich ihren Hobbys campen, Garten, fahrradfahren und spazieren gehen widmen.

Fast 25 Jahre lang hat Meyer, die aus Hamburg kommt und ebenfalls 1980 nach Barmstedt zog, als technische Zeichnerin bei den Stadtwerken gearbeitet. „Das heißt, ich habe alle Leitungen, die verlegt werden sollten, EDV-gestützt konstruiert“, erklärte sie. Viele Jahre lang sei sie „Einzelkämpferin“ gewesen, sagt Meyer. Bis der Aufbau des Breitbandnetzes begann und weitere Zeichner benötigt wurden. „Mittlerweile haben wir dort drei Mitarbeiter“, so Freyermuth, der betonte, wie wichtig das Leitungsmanagement sei. „Das ist für die Versorgungssicherheit unerlässlich.“

Eines ihrer ersten Erlebnisse in ihrem Job hat Meyer noch gut in Erinnerung. Sie sollte auf einem Feld an der Pinneberger Landstraße Kabel orten. „Auf dem Weg dahin bin ich prompt mit meiner Hose im Stacheldraht hängen geblieben“, erzählt sie. Kurz darauf, beim Überqueren eines Baches, passierte das nächste Malheur: „Ich rutschte auf einem Stein aus und fiel ins Wasser.“ Einen Monat später habe sie das Rolltor zum Hof zuschieben wollen – wohl es zu schwungvoll. „Es krachte mit vollem Karacho in den neuen Glasausbau.“ Doch Ärger habe es dafür nicht gegeben, worüber sie sehr froh gewesen sei. „Die Sache wir mir schon peinlich.“

Dass sie mehrere Jahrzehnte bei den Stadtwerken bleiben würden, hätten sie beide nicht gedacht, sagen sie lachend. Sie seien aber immer gern zur Arbeit gegangen. „Ich hätte nie mehr woanders anfangen wollen“, sagt Meyer. Das Verhältnis zu den Kollegen sei super gewesen. „Und das ist ja das Wichtigste, weil man so viel Zeit mit ihnen verbringt.“ Wie beliebt Schröder und Meyer waren, zeigte sich am Mittwoch: Beide wurden von zu Hause abgeholt und – von einem Autokorso begleitet – zum Rantzauer See gefahren. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Schröder. Am anschließenden Abschiedsessen im Restaurant „Zum Bootssteg“ nahmen etwa 70 Kollegen teil – und Freyermuth, der beiden für ihre Zuverlässigkeit dankte und ihnen alles Gute für die Zukunft wünschte.

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