Umwelt : DLRG und Freiwillige baten zum Großputz im Rantzauer See

Saubere Sache: Die Harke vor dem Bug des DLRG Boots schiebt das Kraut zusammen.
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Saubere Sache: Die Harke vor dem Bug des DLRG Boots schiebt das Kraut zusammen.

Helfer befreien den Badebereich von hartnäckigem Pflanzenbewuchs. Zum Einsatz kommt die eigens konstruierte Wasserharke.

shz.de von
19. Mai 2018, 12:00 Uhr

Barmstedt | „Ich möchte, dass das Freibad wieder begehbar ist“, sagt Daniel (14) und pflügt mit der Harke durch das flache Wasser im Freibad. Das glitschige Kraut an den Zinken wirft er in die Schaufel des Baggers, den der Bauhof am Wasser positioniert hat. Nils (14) und Mattes (6) arbeitet neben ihm, um das Wasser vom Kraut zu befreien. Die DLRG hatte Freiwillige aufgerufen, am Donnerstag gemeinsam den Badebereich zu säubern. Etwa 40 Kinder und Erwachsene, darunter viele von der DLRG, wateten bei ungemütlicher Witterung im Wasser umher und fischten das Grünzeug ab, das auch Laichkraut, Rauem Hornblatt und Wasserpest besteht. Der Lohn der Mühen: Nach einer abschließenden Kontrolle konnten die Stadtwerke bereits gestern den Badebereich wieder zum Schwimmen freigeben.

Gerne bereit, Einsatz zu zeigen

Berit (10) mit Vater Thomas Nerlich aus Lutzhorn halfen auch mit. „Wir haben hier so ein schönes Naherholungszentrum, da sind wir gerne bereit, Einsatz zu zeigen“, sagte Nerlich. Und Berit sowie ihre Freundin Tamia (12) möchten gern wieder im See schwimmen, was zurzeit wegen der wuchernden Pflanzen nicht möglich ist. „Wir schaffen das schon“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Ernst-Reimer Sass, der in Mare-TV den Einsatz eines Krautbootes gesehen hatte, das unter Wasser mähen kann. Er informierte sich, schlug die Idee, das Boot auf dem See einzusetzen, den Stadtwerken vor und holte es schließlich aus Dithmarschen ab.

Um die abgemähten Wasserpflanzen abzufischen, konstruierte er eine große schwimmende Wasserharke, einen Balken mit langen Schrauben und Seitengittern, die er gemeinsam mit dem Bauhof zusammenzimmerte. Vor dem Einsatz der DLRG mähte das Spezialboot erfolgreich Pflanzen vom Seegrund ab. „Das Boot hat unten Messerplatten, ein Kolben zieht diese hin und her“, erklärte Sass. Das Boot wird wie ein Tretboot angetrieben, hat jedoch einen Motor. Steuern kann man mit seinem Körpergewicht und mit Hilfe eines Stakhakens. Mitten im Einsatz fiel das Boot aus und musste repariert werden, bevor es weiter arbeiten konnte. Die Stadtwerke übernehmen die Kosten für den Einsatz des Mähboots. Sass überlegte mit den Mitgliedern der DLRG, wie die Wasserharke eingesetzt werden könnte. Den Gedanken, sie zwischen zwei Booten zu befestigen und sie durch das Kraut zu ziehen, verwarfen sie und setzten schließlich die „Rantzau“ ein. Das DLRG-Boot ist extrem flach und breit und war in der Lage, den Balken mit den Seitengittern vor sich herzuschieben. „Die Rantzau ist ein Hochwasserboot, das zum Katastrophenschutz der DLRG Kreis Pinneberg gehört“, so Torsten Schnoor, der Technische Leiter der DRLG.


Blaualgen sorgten für Probleme

Es funktionierte. Im gesamten Seebereich konnten die Pflanzen abgemäht werden. Die aus dem Wasser gefischten Platschen landeten in der Schaufel des Frontladers des Bauhofs. Hauke Schmidt und Klaus Kuberzig harkten fleißig mit. „Das Hauptziel ist, den Nichtschwimmerbereich zu befreien, damit bei schönem Wetter wieder gebadet werden kann“, sagten sie. Die DLRG bot nach getaner Arbeit jedem eine heiße Dusche an, die Stadtwerke spendierten als Dankeschön Getränke und Grillwürste.

Am Bootssteg fischt Bootsverleiher Peter Latsch seit längerer Zeit die schwimmenden Pflanzeninseln aus dem Wasser. Seine vier Elektroboote musste er deswegen aus dem Programm nehmen. Oft genug hatte er Fahrer aus „Seenot“ retten müssen, weil nichts mehr ging. Die treibenden Grünpflanzen auf der Seeoberfläche würden das Bootfahren behindern.

„Wer mit dem Ruderboot dort hindurch fährt, hat das Ruder im Nu mit dem Kraut umwickelt“, so Latsch, der auch hofft, dass es den Akteuren gelingt, endlich das Gewässer vom Bewuchs zu befreien. Bereits seit mehreren Jahren kam es immer wieder zu Schwierigkeiten, weil auch etwa Blaualgen das Baden verhinderten. Schließlich war der Durchfluss der Krückau durch den See mit Sperren im Damm verhindert worden, um vom Fluss transportierte Nährstoffe fernzuhalten. „Wir haben jede Menge Brunnenwasser in den See gelassen, der sehr sauber wurde“, so Sass. Dadurch hätten die kleinen Pflanzen im See Licht bekommen und seien gewachsen.

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