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Barmstedter Zeitung

23. Oktober 2017 | 14:38 Uhr

Barmstedt : Diskussion um neues Gewerbegebiet

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Öffentliches SPD-Gespräch über neue Gewerbegebiete für Barmstedt. Mögliche Zersiedelung als großes Problem.

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Barmstedt | „Den Landespolitikern gehört Dampf gemacht, damit wir in Barmstedt ein Gewerbegebiet bekommen“ – das war der Tenor der Besucher des zweiten Fachgesprächs der SPD Barmstedt im BMTV-Vereinsheim zum Thema Gewerbeansiedlung. Der Vorsitzendes Stefan Bolln begrüßte neben 20 Genossen und weiteren Gästen die SPD-Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber aus Neumünster. Dabei waren auch Wirtschaftsförderer Wolfgang Heins sowie Bürgermeisterin Heike Döpke.

Bolln übergab anfangs das Wort an das „SPD-Urgestein“ Jürgen Busse, der zunächst feststellte, dass Gewerbesteuereinnahmen sehr wichtig für Barmstedt seien. „Die Entwicklung der Stadt mit Wohnbebauung und Gewerbeansiedlung muss aus Platzgründen Richtung Norden an den Kreisstraßen 18 und 2 erfolgen“, sagte er. Ein neues Gewerbegebiet sieht die SPD zwecks einer schnellen Anbindung an die A 23 so weit wie möglich im Norden. „Der angedachte Standort ist auch deshalb günstig, weil die K 18 für Schwerlastverkehr ausgebaut ist“, sagte er.

Leider gebe die Landespolitik vor, Gewerbegebiete möglichst dicht an die vorhandene Bebauung zu setzen, um eine Zersiedelung zu vermeiden. Eickhoff-Weber berichtete von der Neufassung des Landesplanungsgesetzes, das in etwa drei Jahren das bestehende Gesetz ablösen soll. Eine zentrale Landesplanung ist vorgesehen mit der Frage: Wo will Schleswig-Holstein hin? Die Schwerpunkte sind Wirtschaft, Bildung und Energie mit der Überschrift „Lebensqualität“. Die wirtschaftliche Entwicklung geschieht entlang der Autobahnen und Schienen. „Unterzentren wie etwa Barmstedt werden gestärkt“, sagte sie.

Die Diskussionsteilnehmer fanden deutliche Worte. „Wir liegen im Achsenzwischenraum, das ist für die Entwicklung Barmstedts ein Hemmschuh“, sagte Heins. Der Bedarf an Gewerbeansiedlung sei gegeben, zudem möchten sich ansässige Betriebe vergrößern. „Aber wir können nur immer wieder ablehnen“, bedauerte Heins Dabei würden zehn Hektar Gewerbegebiet schnell gefüllt sein. Döpke beklagte, dass Barmstedt mit dem Wunsch nach Gewerbeansiedlung vom Kreis in die Schranken verwiesen wurde. „Wir haben Anfragen auf Vergrößerung, was ist, wenn diese Betriebe hier ihre Zelte abbrechen?“, so Döpke. „Die Zeit drängt, wir möchten etwas bieten“, betonte sie.

Berend Harms warf ein, dass der Kreis die gültige Regionalplanung umsetzen müsse. Er schlug vor, jetzt massiv auf den neuen Regionalplan Einfluss zu nehmen. „In Kiel sitzen etliche Leute, die unsere Region nicht kennen“, so Harms. Sonst würde von dort nicht der Begriff „Speckgürtel“ kommen. Heinz Brabandt stellte klar: „Die Parlamentarier müssen Einiges ändern.“ Barmstedt habe Einnahmeprobleme. „Immer nur die Steuern anheben, das kann es nicht sein, wir brauchen Gewerbe, wir brauchen Geld.“ Heins richtete den eindringlichen Appell an die Landtagsabgeordnete. „Wir brauchen den politischen Durchbruch, wir haben hier Null Chance, wir können nicht drei Jahre warten.“ Besucher Egon Stach schlug Döpke vor, jede Woche nach Kiel zu fahren, um Barmstedts Anliegen vorzutragen. „Und wenn Sie zur Vordertür hinauskomplementiert werden, gehen Sie durch den Hintereingang wieder hinein.“

Eickhoff-Weber zeigte sich angetan von der temperamentvollen Diskussion. „Sie sind auf einem guten Weg, indem Sie für den Planungsprozess ein Büro mit Fachkräften beauftragt haben“, lobte sie. Sie nehme eine Menge mit nach Kiel und werde dort auf Barmstedts Problematik hinweisen. „Der Diskussionsprozess für Barmstedt muss auf Kreisebene und gemeinsam auf Landesebene geführt werden “, sagte sie.

Barmstedt gilt mit 10.000 Einwohnern als Unterzentrum. Die meisten Arbeitsplätze bieten Handwerksbetriebe und der Einzelhandel; viele Bürger pendeln zur Arbeit in umliegende Städte. Das derzeit einzige Gewerbegebiet – das Barmstedt sich mit Heede teilt – liegt im Osten an der Hamburger Straße (L75).
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