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Barmstedter Zeitung

21. Oktober 2017 | 05:18 Uhr

Diebe machen Jagd auf Hortensien

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Fälle in Barmstedt und Umgebung häufen sich / Täter schneiden Blüten ab / Betroffene wollen Taten noch anzeigen

shz.de von
erstellt am 24.Dez.2013 | 00:33 Uhr

Als ihre Hündin eines Abends Anfang Dezember heftig anschlug, dachte sich Gerda Weber (Name geändert) noch nichts dabei. „Das macht sie häufiger mal.“ Am nächsten Morgen entdeckte die Barmstedterin den Grund des aufgeregten Gebells: Von ihrer Hortensie im Vorgarten waren sämtliche Blüten abgetrennt worden. „Mit scharfen Schnitten“, sagt Weber. Besonders dreist: Der oder die Täter müssen den 1,80 Meter hohen Zaun überwunden haben, der das gesamte Grundstück umgibt. „Das ist nicht so einfach“, so Weber.

Die Barmstedterin, die im Bereich des Erlengrunds wohnt, ist nicht die einzige, deren Hortensie gekappt wurde. „Bei meinen Eltern an der Gerberstraße waren auch welche am Werk. Weil es in der Nacht gefroren hatte, konnten sie morgens auf dem Rasen noch Fußspuren sehen.“ Die Diebe „müssen durch ganz Barmstedt gezogen sein“, vermutet Weber. Und nicht nur durch Barmstedt: Auch ihre Schwester, die in Hemdingen lebt, sei vor ein paar Wochen ein Opfer von Pflanzendieben geworden. „Sie saßen gerade beim Abendbrot, als jemand über den Rasen latschte. Aber sie dachten, es sei ein Handwerker oder ein Bekannter ihrer Söhne, das kommt öfter mal vor.“ Erst am nächsten Tag hätten sie entdeckt, dass ihre Hortensien „abgesäbelt“ worden seien.


Polizei: Fälle tauchen immer mal wieder auf


Angezeigt haben Weber und ihre Verwandten die Vorfälle bisher nicht. Sie werde das aber nachholen, sagte Weber – auch, um andere Hortensienbesitzer zu sensibilisieren und zu warnen.

Aus Sicht der Polizei sind die Fälle „ein immer mal wieder auftauchendes Phänomen“, wie Pressesprecherin Sandra Barenscheer gestern auf Anfrage unserer Zeitung sagte. „Manchmal kommt das gehäuft vor, dann ist monatelang Ruhe.“ Das hartnäckige Gerücht, dass die getrockneten Blüten als Rauschmittel geraucht werden, wollte sie nicht bestätigen. „Uns liegen darüber keine Erkenntnisse vor.“

Betroffene könnten die Vorfälle anzeigen, sagte Barenscheer. „Denn wenn sie uns nicht gemeldet werden, können wir auch nicht tätig werden.“ Allerdings seien die Aussichten, dass die Täter gefasst werden, eher gering. Letzteres gelte allerdings auch für den Schaden – „sofern nicht der gesamte Garten verwüstet wurde“. Und: Wenn der oder die Täter einen Zaun, eine Hecke oder eine andere Einfriedung überwunden haben, käme zum Diebstahl noch Hausfriedensbruch hinzu.

Hortensiendiebstähle sind nicht nur in Barmstedt und Hemdingen, sondern auch in anderen Orten des Kreises bekannt. So hatte sich eine Appenerin bei unserer Zeitung gemeldet, in deren Garten die Hortensien drei Jahre hintereinander abgeschnitten worden waren. „Immer im Spätherbst, wenn die Pflanzen ihre Blätter verloren haben“, sagte sie. Sie trieben zwar „neu aus, aber das wird jedes Jahr weniger“. Die Barmstedterin Gerda Weber hat aus dem Vorfall Konsequenzen gezogen: „Ich habe die Hortensie ganz rausgerissen.“

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