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Kriminalstatistik in Barmstedt : Die Zahl der Straftaten sinkt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Polizei registriert 2015 so wenig Straftaten wie seit zehn Jahren nicht mehr. Beleidigungen nehmen zu.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 16:30 Uhr

Barmstedt | „In Barmstedt lebt es sich so sicher wie noch nie“, stellt Peter Kroll fest. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der angezeigten Straftaten auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken: „Sie lag bei 452“, so Kroll, der die Barmstedter Polizeistation leitet und die Kriminalstatistik für 2015 erstellt hat. Kreisweit betrachtet, liege Barmstedt damit in Sachen Sicherheit im Vergleich mit den anderen Kommunen auf dem zweiten Platz.

Im Vergleich zu den anderen Kommunen im Kreis Pinneberg, die mehr als 10.000 Einwohner haben, sei Barmstedt in Sachen Sicherheit im vergangenen Jahr „auf den zweiten Platz vorgerückt“, sagte Polizeichef Peter Kroll. Spitzenreiter ist Rellingen, wo – hochgerechnet auf 100.000 Einwohner – 4011 Straftaten angezeigt wurden. In Barmstedt waren es 4472; kreisweit sind es durchschnittlich 6504. 2014 hatte die so genannte Häufigkeitszahl in Barmstedt noch 5830 betragen.

Die Taten seien in fast allen Deliktsfeldern zurückgegangen, sagte Kroll. So habe es weniger Diebstähle, Sachbeschädigungen, Vermögens-, Rauschgift- und Rohheitsdelikte gegeben. Gestiegen sei die Zahl der angezeigten Fälle dagegen bei Raub und Beleidigungen. So seien vier Raubdelikte angezeigt worden – drei mehr als 2014. „Dabei geht es meist um das ,Abziehen’ von Handys oder ähnlichem“, sagte Kroll. Die Zahl der angezeigten Beleidigungen sei von 20 auf 26 gestiegen. „Da läuft viel über das Internet, zum Beispiel über Facebook“, so Kroll. Es habe sich gezeigt, dass ein Fall je eher angezeigt werde, „je schwer und persönlicher die Beleidigung und die Verletztheit des Betroffener ist“.

Die Zahl der Sachbeschädigungen ging von 107 auf 78, die der Körperverletzungen von 75 auf 72 und die der Sexualstraftaten von acht auf fünf zurück. Auch die Zahl der Einbrüche – die in vielen Regionen im vorigen Jahr gestiegen ist – ist in Barmstedt zurückgegangen. „Wir hatten 19 Fälle“, so Kroll. Fünf der Taten hätten sich tagsüber ereignet; zwei seien aufgeklärt worden. Auch die Zahl der Diebstähle ist gesunken: von 223 auf 169. 49 Fahrräder wurden der Polizei als gestohlen gemeldet. Häufigster Tatort laut Kroll: der Bahnhof. Zwei Fälle konnten die Beamten aufklären.

Insgesamt hätten die Beamten im vorigen Jahr 48 Prozent der Fälle aufklären und damit die Quote von 2014 (45,8 Prozent) leicht steigern können, sagte Kroll. Kreisweit habe sie 46,4 Prozent betragen. Die Beamten hätten 183 Tatverdächtige ermittelt, von denen 29 jugendlich (14 bis 17 Jahre) oder heranwachsend (18 bis 21 Jahre) waren.

Zum Rückgang der Straftaten habe unter anderem beigetragen, dass es in Barmstedt „offenbar keine Intensivtäter mehr gibt“, sagte Kroll. Zudem seien manche Delikte – etwa Hortensien-Diebstahl – „aus der Strafbarkeit herausgefallen“. Auch die Vielzahl der polizeilichen Präventionsmaßnahmen und die „intensive Ermittlungsarbeit im Bereich der Jugendkriminalität“ dürfte Wirkung gezeigt haben, vermutete Kroll. Generell gelte, dass die Statistik nur die angezeigten Taten enthalte. Entscheidend sei daher, „jede Straftat anzuzeigen, um das Dunkelfeld aufzuhellen“, appellierte er an die Bürger.

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