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Barmstedter Zeitung

23. Oktober 2017 | 08:45 Uhr

"Die wollten Stunk machen"

vom

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erstellt am 11.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Barmstedt | Sie hatten sich vermutlich während ihrer Vatertagstour am Roissy-en-Brie-Platz versammelt und waren nicht in der friedvollsten Stimmung - im Gegenteil. "Die waren darauf aus, Stunk zu machen." So hat eine Barmstedterin das empfunden, was sich am Donnerstag gegen 18 Uhr rund um das Rondell abgespielt hat. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen hätten dort offenbar darauf gewartet, dass eine andere Gruppe aus dem Seepark komme, sagt die Zeugin. "Die waren total aggressiv, und es war erkennbar, dass sie sich mit den anderen prügeln wollten", sagt ein anderer Augenzeuge. Dazu hätten sie sich auch per Handy mit Bekannten verabredet, "die dann später mit dem Taxi kamen". Während des Wartens auf ihre Kontrahenten habe die Gruppe schon einen zufällig vorbeikommenden Rollstuhlfahrer bepöbelt, erzählt die Zeugin.

Als die Gruppe aus dem Seepark schließlich am Rondell ankam, sei es "richtig losgegangen", sagt der Zeuge. "Es wurde gepöbelt und geschubst." Zuvor schon hatten Zeugen die Polizei alarmiert, die sofort mit einem Großaufgebot anrückte: Elf Streifenwagenbesatzungen und mehrere Diensthundeführer waren im Einsatz. "Die waren keine fünf Minuten nach dem Notruf da, aber das hat die meisten nicht interessiert - die wollten noch mit Flaschen aufeinander los", erzählt der Zeuge. Auch, dass die Diensthunde "mitten im Geschehen waren, hat die nicht sonderlich beeindruckt", sagt die Zeugin. Dennoch sei es den Beamten nach relativ kurzer Zeit gelungen, die Gruppen "auseinanderzutreiben".

Während die Zeugen von etwa 50 Beteiligten sprechen, gibt die Polizei die Zahl der "von den Beamten Angetroffenen" mit 25 bis 30 an. Die Stimmung sei "aufgeheizt" und zumindest manche der überwiegend 18 bis Mitte 20-Jährigen seien alkoholisiert gewesen, sagte Sprecherin Sabine Zurlo. Es sei zu "einer Auseinandersetzung und wechselseitigen Körperverletzung" gekommen, hieß es im Polizeibericht. Später sagte Zurlo auf Anfrage, es habe - bis auf einen Mann, der von einem Diensthund gebissen und deshalb ärztlich versorgt wurde - keine Verletzten gegeben. "Wir waren erst von einer Schlägerei ausgegangen, stellten aber vor Ort fest, dass es nur Schubsereien waren", sagte Zurlo. Die Beamten hätten Platzverweise ausgesprochen, die einige der "Pöbler" allerdings nicht gleich befolgt hätten. Nachdem die Beamtendie Situation unter Kontrolle gebracht hatten, begleiteten sie einige der Randalierer zum AKN-Bahnhof Brunnenstraße, wo sie sich in den Zug in Richtung Elmshorn setzten. "Der Zug hat zehn Minuten im Bahnhof gestanden, und die Polizisten haben so lange gewartet, bis alle eingestiegen waren", berichtete eine Anwohnerin. Um 18.45 Uhr konnte die Polizei den Einsatz schließlich beenden. Die Beamten hätten aber keine Strafanzeigen gefertigt, da keine Straftaten vorgelegen hätten, so Zurlo.

Nach Informationen unserer Zeitung sind einige der Beteiligten Fans der Pirates, eines American-Football-Teams aus Elmshorn. Die andere Gruppe soll aus Barmstedt stammen. "Die waren schon auf der Schlossinsel, richtig laut und haben einen Riesenhaufen Müll hinterlassen", berichtet eine Barm stedterin.

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