Barmstedt : „Die Windelträger von morgen“

In seiner Rolle als „Blaumann“ zeigte Heinz Diedenhofen den Achtklässlern, wozu übermäßiger Alkoholkonsum führen kann.
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In seiner Rolle als „Blaumann“ zeigte Heinz Diedenhofen den Achtklässlern, wozu übermäßiger Alkoholkonsum führen kann.

Während eines Projekttags im Barmstedter Jugendzentrum haben Schauspieler Schülern die Folgen exzessiven Alkoholkonsums verdeutlicht. Fazit: „Besoffene sind nicht die coolen Helden von morgen. Sie sind die Windelträger von morgen.“

shz.de von
02. April 2014, 16:18 Uhr

„Wo ist das Biiiier, hey, Typ, lass mal rüber wachsen!“ Eindrucksvoll stellte Schauspieler Heinz Diedenhofen vom Ein-Mann-Animationstheater „Hein Knack Theater“ vor den Achtklässlern der Barmstedter Grund- und Gemeinschaftsschule Szenen aus dem Leben eines Alkoholikers nach. In den Räumen des Jugendzentrums zeigte er den Schülern sein Stück „Der Blaumann“.

Im Rahmen des von der Stadtjugendpflege und der Suchtberatung der Diakonie Elmshorn organisierten Projekttags „Alkohol – Reiz und Risiko“ sahen die Schüler das Stück, in dessen Mittelpunkt der Konsum von Alkohol und Gewaltvideos sowie deren Folgen stehen. Inhalt: Der „Blaumann“ hat eine Lehrstelle als Fassadenreiniger erhalten, mit der er nicht glücklich ist. Das Geld ist knapp, er wohnt noch zu Hause, der Vater ist arbeitslos.

Diedenhofen mimt den frustrierten Aufschneider, der sich über die Menge seines Alkoholverbrauchs definiert und mit einem Freund prahlt, der noch mehr verträgt. Sein derber Straßensprech, die anschauliche Mimik und Gestik sowie das Einbeziehen des jungen Publikums kommen an. „Du siehst so aus, als ob du immer einen Flachmann dabei hast“, spricht Diedenhofen einen Schüler zur Belustigung der anderen an. Und weiter: „Na, was schaffst du an einem Abend an Alk weg?“ Entrüstete Antwort: „Hier sind Lehrer!“

Der Schauspieler beendete seine Vorführung mit einem ernsten Gespräch mit dem Publikum. „Warum gibt jemand damit an, wieviel er am Wochenende gesoffen hat?“ fragte er. „Er will sich cool fühlen“, lautete die Antwort. „Hat jemand schon einmal besoffene Kumpel erlebt?“, wollte Diedenhofen wissen. „Ja, die machen sogar alte Omas an“, erwiderte ein Schüler.

Diedenhofen stellte zudem klar, dass es ein Unterschied sei, ob ein Mädchen oder ein Junge betrunken sei. Ein betrunkenes Mädchen sei leichter abzuschleppen und werde von den Jungen als „leichte Beute“ weitergereicht. „Besoffene sind nicht die coolen Helden von morgen. Sie sind die Windelträger von morgen“, drückte Diedenhof es drastisch aus. Und: „Alkohol macht doof.“ Er appellierte an die jungen Leute, sich füreinander verantwortlich zu fühlen.

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