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Chaos in Barmstedt : „Die Stimmung war ziemlich gereizt“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Staus, Beinahe-Unfälle, Aggressivität: Während des Duathlons mussten sich hunderte Autofahrer durch den Nelkenweg quälen.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Mit Lars Westphalen hätte am Sonntag sicherlich keiner gern tauschen wollen: Der Heeder Wehrführer stand während des Barmstedter Duathlons zwischen 9 und 14 Uhr als Streckenposten an der Einmündung Nelkenweg/Großendorfer Straße – und musste sich von einigen Autofahrern wüst beschimpfen lassen. „Was für eine bescheuerte Straßenführung!“, empörte sich einer. Ein anderer drückte nach den Worten „Wollt ihr mich verar...?“ so kräftig aufs Gas, „dass er sich auf dem Pflaster bestimmt die ganze Wanne aufgerissen hat“, wie einen Anwohnerin (Name ist der Redaktion bekannt) berichtete, die das Geschehen beobachtet hatte.

Die Stimmung sei „ziemlich gereizt gewesen“, sagte die Frau. „Manche Autofahrer haben gegrinst, aber die meisten waren verärgert.“ Viele hätten nicht gewusst, wie sie in die Innenstadt hinein oder aus Barmstedt heraus kommen sollten – und seien dann im Kreis gefahren. „Wir haben etliche Autos zwei Mal gesehen.“ Und jedes Mal, wenn Westphalen sich umgedreht habe, um einem Autofahrer den Weg zu weisen, „flitzte hinter seinem Rücken schon der Nächste vorbei“.

Am Nelkenweg und an der Großendorfer Straße habe sich der Verkehr zudem oft gestaut, weil parkende Autos die Fahrbahn verengten, sagte die Zeugin. Und an der Einmündung zum Nelkenweg habe es „einige Beinahe-Unfälle“ gegeben, weil Autofahrer fälschlicherweise vor statt hinter der Eiche abgebogen waren und dabei fast mit Entgegenkommenden kollidiert seien.

Anja Weiß, Mitarbeiterin der Straßenverkehrsbehörde, räumte auf Nachfrage ein, die Sache sei „blöd gelaufen. Der einsame Feuerwehrmann tat mir auch leid. Das war alles nicht so geplant. Da werden wir nachbessern.“ Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, den Verkehr auf der Reichenstraße auf einer Fahrspur in Richtung Feldstraße laufen zu lassen. Dann seien jedoch in Absprache mit der Stadt – die den Duathlon ausrichtete – und der Polizei kurzfristig beide Fahrspuren gesperrt worden, „weil das Risiko zu groß war, dass die Autos mit den Rennradlern kollidieren“.

Dass viele Autofahrer, um aus der Stadt herauszufahren, verbotenerweise den Weg über die Heeder Tannen statt über den Kreisel am Spitzerfurth wählten, sei ebenfalls „nicht glücklich“ gewesen, so Weiß. Auch dieser Punkt solle bei der Manöverkritik zwischen ihrer Behörde, der Polizei und der Stadt angesprochen werden. „Dabei müssen wir auch generell überlegen, wie wir das Nadelör Nelkenweg künftig entschärfen können“, sagte Weiß. Barmstedts Wehrführer Uwe Schinkel hätte da eine Idee. „2012 wurde der Verkehr schon vor der Hamburger Straße über den Mühlenweg umgeleitet.“

Barmstedts Polizeichef Peter Kroll bestätigte, es habe stellenweise Probleme gegeben. „Aber dass Autofahrer bei einer Veranstaltung mal warten müssen, müssen sie akzeptieren.“ Der Nelkenweg war bereits während des Stoppelmarkts ein Engpass. Damals standen dort zudem weder Umleitungsschilder – noch ein einsamer Feuerwehrmann.

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