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Neubaugebiet in Barmstedt : Die SPD ist ausgebremst

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Sozialdemokraten scheitern mit Antrag zur Bebauung des ehemaligen Baumschul-Areals an der Großen Gärtnerstraße.

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2015 | 15:59 Uhr

Barmstedt | Bei dem Versuch, ein neues Baugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule Drath an der Großen Gärtnerstraße voranzubringen, ist die Barmstedter SPD einmal mehr ausgebremst worden. Der Bauausschuss hat den Antrag der Sozialdemokraten während seiner jüngsten Sitzungen mit Stimmengleichheit abgelehnt. Dabei hatte Fraktionschef Hans-Christian Hansen ihn nach der Debatte schon „entschärft“: Ursprünglich wollte die SPD, dass für das Baugebiet schon ein Aufstellungsbeschluss gefasst wird. Doch nachdem Fachamtsleiter Uwe Dieckmann dagegen rechtliche Bedenken geäußert hatte, ruderte Hansen zurück: Es würde auch ausreichen, „wenn wir heute den Willen bekunden, dort zu bauen“. Doch auch dem konnten sich nicht alle anschließen: FWB und Grüne stimmten gegen den Antrag; Helmut Welk (BALL) enthielt sich. Die CDU dagegen unterstützte das Vorhaben.

Welk und Axel Schmidt (FWB) warnten davor, das Verfahren übers Knie zu brechen. „Wir müssen auch die Infrastruktur überdenken“, sagte Schmidt. So würden eventuell weitere Kita-Plätze benötigt, sagte Welk. „Da stellt sich die Frage, ob wir eine neue Kita bauen müssten.“ Cornelia Dresler (FWB) erklärte, es gebe „durchaus noch andere Flächen in bestehenden Baugebieten, die noch nicht entwickelt sind und es in näherer Zukunft werden könnten“. Das sah Hansen anders. „Es gibt vielleicht Baulücken und ein paar kleine Flächen, aber nichts Vergleichbares“, entgegnete er. Das etwa 14  000 Quadratmeter große Baumschul-Areal biete beispielsweise Platz für 15 Doppel- und acht Reihenhäuser oder auch Wohnblöcke, sagte er. „Die brauchen wir dringend. Wir sind in Barmstedt bautechnisch ausgereizt und sollten schnellstmöglich loslegen.“

 

Auch die Verkehrssituation werde beherrschbar sein, sagte Hansen. „Die Große Gärtnerstraße könnte die geschätzt 60 zusätzlichen Fahrzeuge aufnehmen. Das einzige Problem wäre die Kreuzung zur Kleinen Gärtnerstraße, weil man dort wegen der parkenden Autos oft schlecht sieht.“ Ein großer Vorteil des Areals – das komplett versiegelt ist und auf dem mehrere Gebäude stehen – ist aus Sicht der SPD, dass der Eigentümer es auf eigene Kosten entsiegeln und die Altlasten entsorgen würde. Das sei aber kein Argument, erklärte Axel Schmidt. „Wenn ein Eigentümer das nicht macht, beeinflusst das halt den Preis.“

Ernst-Reimer Saß (CDU) drängte zur Eile. „In Horst werden in Kürze 100 Bauplätze frei, und auch Kölln-Reisiek weist ein großes Baugebiet aus. Wir sollten mal zu Potte kommen, sonst kaufen die Leute woanders, und uns geht die Grundsteuer verloren.“ Mittelfristig sei zudem denkbar, so Ortwin Schmidt (CDU), die hinteren Grundstücke der Grundstücke an der Kleinen Gärtnerstraße zu bebauen. Einige Eigentümer „würden wohl verkaufen“, sagte er – und erntete zustimmendes Nicken aus dem Zuhörerraum.

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