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Flugshow in Bokel : Die Raritäten ziehen alle Blicke auf sich

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Flugshow Ungewöhnliche Modellflugzeuge begeistern Zuschauer in Bokel. Piloten kommen aus ganz Schleswig-Holstein.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2016 | 17:00 Uhr

Bokel | Es gibt zwei Möglichkeiten, Segelflugzeugmodelle für einen Thermikflug auf Höhe zu bringen: Entweder mit Winde oder Gummiseil oder mittel des Seglerschlepps (F-Schlepp). Ausschließlich dieser Startmethode bedienten sich die 25 Teilnehmer des zweitägigen Treffens auf dem Flugplatz Große Heide in Bokel, zu dem der gleichnamige Modellflugverein (MFV) am Wochenende eingeladen hatte. Die Piloten kamen vor allem aus Schleswig-Holstein – von Lübeck und Eutin bis Borstel-Hohenraden und Geesthacht. Sie hatten ihre Lieblings-Segler und Motorflugzeuge mitgebracht – darunter auch einige Raritäten, wie beispielsweise zwei Modelle des Lippisch Storch auf dem Jahr 1929. Sie zogen während der Veranstaltung immer wieder die Blicke der Zuschauer auf sich.

Zu den Teilnehmern des Treffens zählte auch der Pinneberger Peter Gasiorek (75), der dem Modellflugverein bereits seit sechs Jahren angehört. Der frühere Mitarbeiter beim Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Ellerhoop besitzt insgesamt vier Segler und eine Schleppmaschine (Motorflugzeug), die durch die große Spannweite von fünf Metern und durch sein knalliges Rot auffällt. „Für Flieger habe ich mich schon als Kind interessiert“, berichtete er.

Seinen „Traum vom Fliegen“ näherte er sich auf zweifache Weise an. So engagierte er sich als Fluglehrer beim Luftsportverein Kreis Pinneberg (LSV) mit Sitz in Heist, wobei er 8- bis 9000 Segelflugstunden absolvierte. Dabei verhalf er vielen jungen Menschen zu einem Segelflugschein. Jetzt hat er sich auf die Konstruktion und den Bau von Modellflugzeugen spezialisiert, wofür er seinen Keller nutzt. Die „Probe aufs Exempel“ geschieht dann unter freiem Himmel“. Das alles zusammen – konstruieren, bauen und fliegen lassen – mache den Reiz dieser anspruchsvollen Freizeitbeschäftigung aus. Häufig findet man ihn auch an den Wochenenden auf dem Flugplatz Große Heide, wo er gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern seine Flieger starten lässt und Fachsimpelei betreibt. Auch im Urlaub ist er mit seinen Modellflugzeugen unterwegs. Hin und wieder reist er in einer Gruppe zum Hangfliegen nach Dänemark, „was nichts für Anfänger ist“, wie er feststellt. Und auch 900 Kilometer südlich, in den Alpen, steigen seine Modellflugzeuge auf.

Zwei Tage lang stand der MFV-Flugplatz „Große Heide“ an der Kreisstraße 2 in Bokel im Zeichen des Seglerschlepptreffens, an dem etwa 25 Modellflugzeug-Freunde teilnahmen.
Zwei Tage lang stand der MFV-Flugplatz „Große Heide“ an der Kreisstraße 2 in Bokel im Zeichen des Seglerschlepptreffens, an dem etwa 25 Modellflugzeug-Freunde teilnahmen. Foto: Schilling
 

„Bezogen auf den Modellflug stellt der F-Schlepp eine außerordentlich anspruchsvolle und zugleich faszinierende Facette des Flugmodellbaus dar, bei der es auf die enge Kooperation zwischen den beteiligten Piloten ankommt“, erläuterte ein weiterer Modellflug-Enthusiast. „Die Startmethode gehört bei fast jedem Modellbauverein zur ersten Wahl.“ Auch das Wetter spielte am Wochenende einigermaßen mit. Die zahlreich erschienenen Zuschauer schauten fasziniert zum Himmel, an dem die großen Segelflugzeugmodelle wie majestätische Adler ihre Bahnen zogen – ein einmaliger Anblick.

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