zur Navigation springen

Brande-Hörnerkirchen : Die Mais-Ernte hat begonnen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Überall im Kreis Pinneberg sind jetzt wieder Erntefahrzeuge unterwegs. Der Bauernverband bittet alle Verkehrsteilnehmer um Vorsicht im Straßenverkehr.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Immer näher kommt der gelbe Arm, der hoch aus dem Maisfeld ragt. Auch das Dröhnen der Maschinen wird immer lauter. Unablässig fliegen Mais-Häcksel durch die Luft in einen Anhänger, den ein Traktor zieht. Schließlich bricht das Ungetüm durch die letzte Pflanzen-Wand. Acht Reihen Mais schafft der tonnenschwere Häcksler, der auf dem Feld von Christof Kirst in Brande-Hörnerkirchen unterwegs ist, pro Bahn. In diesen Tagen startet im Kreis Pinneberg die Mais-Ernte – etwa 14 Tage früher als in anderen Jahren. „Wir hatten eine ausgesprochen günstige Witterung“, sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Pinneberg, Georg Kleinwort. „Besser als in diesem Jahr hätten wir es nicht haben können.“ Zugleich bittet er Auto-, Schlepper- und Radfahrer um gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr.

Etwa drei Wochen ist das Erntefenster ab sofort geöffnet. „Darüber hinaus verliert die Pflanze an Qualität“, berichtet Peer Jensen-Nissen, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. Leicht überdurchschnittliche Erträge prognostiziert er bei der Ernte. Bleibt das Wetter stabil, erwartet der Elmshorner einen ruhigen Ernte-Verlauf mit nur wenigen Nacht-Einsätzen.

Auf einer Fläche von etwa 6500 Hektar wird im Kreis Pinneberg Mais angebaut. Drei Viertel der Ernte werden als Grundfutter für Rinder genutzt, ein Viertel dient als Substrat zur Erzeugung regenerativer Energien in den sieben Biogasanlagen im Kreis. Auf dem Hof von Christof Kirst wird auf einer Fläche von 35 Hektar Futtermais angebaut. „Derzeit sind ein Häcksler, vier Abfahrwagen und ein Schlepper im Einsatz“, berichtet der Landwirt. Ein Lohnunternehmer stelle dabei den Hauptteil der Maschinen. Zwei bis drei Hektar Mais könne ein Häcksler pro Stunde ernten, bei größeren Felder sogar vier bis fünf Hektar. „Das Häckselgut hat danach eine Größe von sechs bis acht Millimetern.“ Unter großen Planen wird dem Erntegut dann Sauerstoff entzogen. Es wird siliert – also haltbar gemacht. Andernfalls würde der Mais laut Kirst binnen kürzester Zeit verschimmeln.

Während der Erntezeit ist laut Kreisbauernverband stellenweise mit Bauernglätte zu rechnen. „Der Landwirt ist verpflichtet, die Straßen sauber zu halten“, so Kleinwort dazu. Sei die Straße über einen längeren Zeitraum schmutzig, bittet er Anlieger darum, sich mit den betroffenen Landwirten in Verbindung zu setzen.

Für die Landwirte gebe es wiederum entsprechende Schildersets, die vor Schleudergefahr warnen, beim Bauernverband für 40 Euro zu kaufen. „Eine Absicherung gehört dazu“, sagt Jensen-Nissen. An die Autofahrer gerichtet appelliert er, die Fahrweise den Straßenverhältnissen anzupassen.

Die Fahrer der Schlepper werden vom Bauernverband ersucht, freiwillig Tempo 30 in Wohngebieten einzuhalten. Radfahrer, denen eine Erntemaschine auf Feldwegen begegnet, werden gebeten, abzusteigen. „Wir müssen aufeinander Rücksicht nehmen“, so Jensen-Nissen.

Die landwirtschaftliche Nutzfläche in Schleswig-Holstein beträgt laut Kreisbauernverband Pinneberg etwa 988.500 Hektar. 664.000 Hektar davon seien Ackerland und 370.000 Hektar Grünland. Auf dem Ackerland werden auf einer Fläche von 190.000 Hektar Weizen und auf 176.000 Hektar Mais angebaut. Die eine Hälfte des Maises wird als Tierfutter genutzt, die andere Hälfte zur Erzeugung von Energie.
Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen