Hoffnung : Die Landwirte im Kreis Pinneberg warten auf trockene Tage

Im Bereich der Lutzhorner Landstraße in Barmstedt stehen noch hunderte Maispflanzen auf den Feldern.
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Im Bereich der Lutzhorner Landstraße in Barmstedt stehen noch hunderte Maispflanzen auf den Feldern.

Nach Nässe kann im Frühjahr Sommergetreide bestellt werden. Der restliche Mais wird im Boden eingearbeitet.

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09. Februar 2018, 12:00 Uhr

Barmstedt/Lutzhorn | Das hat es in den vergangenen Monaten nur ganz selten gegeben: Seit Montag hat es in der Region Barmstedt weder geregnet noch geschneit. Laut der Wetterstation in Quickborn fiel der bislang letzte Niederschlag am vergangenen Sonntag. An der prekären Situation in der Landwirtschaft habe sich aber nicht viel geändert, sagt Peer Jensen-Nissen, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Pinneberg. Das Problem: Auch der Januar war wie die vorherigen Monate in Schleswig-Holstein außerordentlich feucht. „Die trockenen Tage konnte man an einer Hand abzählen“, so Jensen-Nissen. Die Folgen: Im Vorjahr konnten Landwirte teilweise kein Wintergetreide aussäen. Und an bestimmten besonders nassen Stellen steht noch immer der Mais auf den Feldern.

Landwirte hoffen auf Trockenperiode

Der Wunsch der Landwirte sei eine längere Trockenperiode, erläutert Jensen-Nissen, damit das restliche Wasser auf den Flächen nach unten abziehe. Eine Verdunstung sei in letzter Zeit kaum möglich gewesen. Jensen-Nissen: „Es wäre besser, wenn das Wetter so bleibt.“ Auch hoffe man darauf, im anstehenden Frühjahr die Schäden auf den Feldern reparieren zu können. Denn auch dreieinhalb Monate nach der Maisernte stehen nach wie vor hunderte der Pflanzen auf den Feldern in der Region – gut sichtbar an der Lutzhorner Landstraße zwischen Barmstedt und Lutzhorn oder an der Horster Landstraße in Klein Offenseth-Sparrieshoop. „Ich gehe davon aus, dass der Mais mit in den Boden eingearbeitet wird“, sagt der Geschäftsführer.

Spießrutenlauf für Erntehelfer

Aufgeweichte Böden durch regelmäßige Regenfälle hatten die Ernte im vergangenen Herbst zum Spießrutenlauf für die Erntehelfer werden lassen (wir berichteten). Und auch Wintergetreide sei wegen der Nässe nur teilweise bestellt worden können, berichtete Christof Kirst, Landwirt aus Brande-Hörnerkirchen, Ende November vergangenen Jahres.

Der Kreisbauernverband hofft nun, dass viele Landwirte im Frühjahr ihre Felder mit Sommergetreide bestellen können. „Wintergetreide braucht eine ausgiebige Kälteperiode, wächst über das gesamte Frühjahr und ist dadurch ertragreicher“, erläutert Jensen-Nissen. Gesät wird es – je nach Kultur – ab September und ab Juli des nächsten Jahres geerntet. Sommergetreide werde erst im März gesät, so Jensen-Nissen. Erntezeit ist ebenfalls im Sommer. Es könne aber auch sein, dass einige Flächen brach liegen werden, so der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. Was genau der Fall sein werde, hänge aber auch davon ab, wie viel Saatgut den Landwirten zur Verfügung stehe. Jensen-Nissen: „Es wird eine spannende Zeit. Bei Trockenheit werden wir mehr Sommergetreide im Kreis Pinneberg haben.“

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