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Vielfalt in den Gemeinden stärken : Die Landes-SPD diskutiert in Brande-Hörnerkirchen über den Wandel im ländlichen Raum

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Bürger diskutieren mit Politikern - an vier Tischen wurden Ideen zu Themen wie dem demografischen Wandel, der nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft, Bildung und Kultur sowie nachhaltiger Landwirtschaft ausgetauscht.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2016 | 10:00 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Gleich eine ganze Reihe von SPD-Landtagsabgeordneten war am Donnerstagabend in Brande-Hörnerkirchen zu Gast. Die Sozialdemokraten hatten in die Gaststätte „Zur Tankstelle“ eingeladen, um über den Wandel im ländlichen Raum zu sprechen. 30 Bürger nutzen die Chance, um mit den Politikern ins Gespräch zu kommen. An vier Tischen wurden Ideen zu Themen wie dem demografischen Wandel, der nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft, Bildung und Kultur sowie nachhaltiger Landwirtschaft ausgetauscht.

Die Diskussionsrunde in Hörnerkirchen war die achte und letzte, die die SPD landesweit anbot. Hintergrund ist das von den Sozialdemokraten erarbeitete „Positionspapier zur Entwicklung der ländlichen Räume“, in das im nächsten Schritt die Anregungen der Bürger aufgenommen werden sollen. „Nutzt die Gelegenheit, alles loszuwerden, was euch auf der Seele liegt“, forderte Landtagsmitglied Beate Raudies die Anwesenden auf. Für die meisten Menschen in Schleswig-Holstein gehöre der Kreis Pinneberg zwar zum Hamburger „Speckgürtel“, doch zumindest der Norden sei „sehr ländlich geprägt“.

SPD-Landespolitikerin Kirsten Eickhoff-Weber betonte, dass es nicht den ländlichen Raum gebe. Schleswig-Holstein sei ausgesprochen heterogen und die Politik solle auf die Stärken und Schwächen der einzelnen Regionen möglichst individuell eingehen. Am Tisch „Demografischer Wandel und Sicherung der Grundversorgung“, der von der Steinburger Landtagsabgeordneten Birgit Herdejürgen geleitet wurde, war die Integration der Flüchtlinge ebenso ein Thema wie das Ehrenamt. Immer weniger Menschen seien bereit, ehrenamtliche Vorstands-Verantwortung zu übernehmen. Oft seien es stets dieselben Menschen, die einspringen würden. „Wie kann die Vielfalt des Gemeindelebens erhalten, und wie können Neubürger eingebunden werden?“, fragte Herdejürgen in die Runde. Zwei Ideen waren Neubürgerbroschüren und das klassische Klinkenputzen, also die Suche des persönlichen Gesprächs.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Hölck leitete den Wirtschaftstisch, an dem es unter anderem um ländlichen Wohnraum und den A-20-Bau ging. Da Pinneberg im Gegensatz zu den meisten anderen Kreisen im Land in den kommenden Jahren eine steigende Bevölkerungszahl erwarte, „müssen wir bauen“, so Hölck. Beate Raudies nahm sich der Bildung und Kultur an. An ihrem Tisch ging es um den Erhalt der Dorfschulen, um Weiterbildungsangebote auf dem Land, um die oftmals zu weiten Wege und einen kreisübergreifenden Schülertransport. „Wollen wir die freie Schulwahl wieder abschaffen?“, fragte Raudies in die Runde. Das gebe zwar Planungssicherheit für die Gemeinden, sei aber „politisch sehr schwer umzusetzen“.

Eickhoff-Weber sprach an ihrem Tisch über den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und die Zukunft der Landwirtschaft. „Kleinere Betriebe sind bedroht zu verschwinden“, ging sie auf das Höfesterben ein. Diese Entwicklung sei alles andere als gut. Wobei „nicht jeder Großbetrieb automatisch schlecht“ sei. Gern gestärkt sehen würde Eickhoff-Weber das Gütezeichen Schleswig-Holstein. All diese Punkte wollen die Politiker nun mit nach Kiel nehmen, wo sie in kleinen und großen Kreisen besprochen werden sollen.

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