zur Navigation springen

Am Anfang stand eine Anzeige : Die Kita Rasselbande wird 30 Jahre alt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Geburtstag in Barmstedt. Das Kuta-Konzept: Die Eltern gestalten mit. Erste Kinder wurden vor drei Jahrzehnten über ein Inserat gesucht.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2016 | 12:15 Uhr

Barmstedt | 30 Jahre Rasselbande und kein bisschen leiser: Der 30. Geburtstag der privaten Barmstedter Kita und des gleichnamigen Vereins soll am 28. Mai mit geladenen Gästen groß gefeiert werden. „Eltern, die als Kind in unserer Einrichtung waren, vertrauen uns heute ihre Kinder an“, sagt Kita-Leiterin Andrea Reck. Das sei eine positive Rückmeldung und zeige, dass das Konzept des „etwas anderen Kindergartens“ erfolgreich ist. Das hat Reck sogar schriftlich: Die Aufsicht für Kita-Einrichtungen des Kreises Pinneberg bescheinigt der Rasselbande eine beeindruckende Konzeption.

Die Erzieherinnen Reck und Gislinde Zietlow hatten als junge Mütter die Idee, Kinderbetreuung mit mehr Elternhilfe zu gestalten. „Wir hatten eine Alternative zum herkömmlichen Kindergarten gesucht“, so Reck. Sie gründeten mit zehn weiteren Eltern einen Verein und setzten eine Anzeige in die Barmstedter Zeitung, dass sie ab Januar 1986 als privater Kindergarten Kinder suchten. Am 3. Februar war der erste Kita-Tag, damals noch in der Kampstraße. Sieben Kinder wurden von 7 bis 16 Uhr betreut. Dann verlängerte sich die Zeit von 6.45 bis 17 Uhr mit zehn Kindern. Ein Jahr später zog die Rasselbande in die Große Gärtnerstraße 38. „Der Ganztagsbedarf ging zurück, und wir boten eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe an“, sagt Reck.

1989 fand die Rasselbande ihr jetziges Zuhause in der ehemaligen THW-Unterkunft an der Buchentwiete. „Wir mussten umbauen, es steckt viel Eigenleistung der Eltern in Gebäude und Anlage“, so Reck. Das Konzept sehe ja auch vor, dass die Eltern mitgestalten, Verantwortung übernehmen und diese Eigenschaften direkt an die Kinder weitergeben. So haben die Eltern Fachgruppen gebildet, um die verschiedenen anfallenden Arbeiten abzudecken wie etwa Reparaturen oder den Spielgarten pflegen. Die Eltern wechseln sich auch beim Kochen der täglichen Mahlzeiten ab.

Der damalige Forstdirektor Hans-Albrecht Hewicker unterstützte die Waldgruppe der Rasselbande, die ihr Quartier in einem Bauwagen im Rantzauer Forst haben.
Der damalige Forstdirektor Hans-Albrecht Hewicker unterstützte die Waldgruppe der Rasselbande, die ihr Quartier in einem Bauwagen im Rantzauer Forst haben. Foto: Pergande
 

1997 richtete die Rasselbande als eine der ersten Kitas in Schleswig-Holstein eine Waldgruppe ein. Große Unterstützung erhielten sie von Forstdirektor Hans-Albrecht Hewicker vom damaligen Forstamt Rantzau. So gab und gibt es jeweils vormittags eine „Hausi-Gruppe“ in der Buchentwiete und eine „Waldi-Gruppe“ im Rantzauer Forst.

Seit 30 Jahren bringt die Rasselbande auch zusätzlich Dinge ins Rollen – etwa den Tauschring mit Sachleistungen und den „Treff des Zusammenwachsens“, bei dem Eltern und Kinder in Aktion gefilmt werden und später den Film kritisch anschauen. Ein Riesenerfolg war die Idee der Barmstedter Kinderstadt „Auenland“. Dort lernen Kinder das Prinzip einer demokratischen Gesellschaft kennen. „Das Sofa-Café zum Klönen und Erfahrungsaustausch konnten wir mangels Raum leider noch nicht umsetzen“, bedauert Reck.

Seit kurzem stellt sich der Rasselbande-Verein auch der Verantwortung, die Trägerschaft für die Schulkinderbetreuung der Grund- und Gemeinschaftsschule zu übernehmen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen