Sommerserie: Rechts und links vom Krückauwanderweg : Die grüne Alternative zur Landstraße

Reinhard Schlothauer aus Elmshorn ist Vorsitzender des Wanderverbands Norddeutschland. Zu seinen Lieblingsstrecken in der Region zählt der Krückauwanderweg.
Reinhard Schlothauer aus Elmshorn ist Vorsitzender des Wanderverbands Norddeutschland. Zu seinen Lieblingsstrecken in der Region zählt der Krückauwanderweg.

Der Krückauwanderweg verbindet Elmshorn und Barmstedt, ohne Hauptstraßen zu nutzen. Jetzt soll der Weg bis Langeln verlängert werden.

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12. August 2018, 16:00 Uhr

Barmstedt | Von Langeln per pedes oder Rad über Barmstedt nach Elmshorn, ohne eine Hauptstraße zu nutzen: Das ist ab sofort möglich. Vor wenigen Tagen wurde in Heede ein neuer Fuß- und Radweg fertiggestellt, der Teil des KrückauwanderweDie grüne Alternative zur Landstraßegs werden soll. Bislang führte die Strecke von Elmshorn nach Barmstedt, nun soll der Wanderweg bis zum Ochsenweg in Langeln verlängert werden. Unsere Zeitung hat das Projekt zum Anlass genommen, sich entlang des Weges umzuschauen. Unsere Geschichten „rechts und links vom Krückauwanderweg“ haben wir in einer Serie zusammengefasst, die bis einschließlich Montag, 20. August, laufen wird. Heute berichtet Reinhard Schlothauer vom Norddeutschen Wanderverband, wie der Wanderweg zwischen Elmshorn und Barmstedt einst angelegt wurde.

Wer schnell per Rad oder zu Fuß von Barmstedt nach Elmshorn möchte, nimmt in der Regel den offensichtlichsten Weg. Die Strecke entlang der Landesstraße 75 ist gerade neu saniert worden und im Gegensatz zu anderen Radwegen in der Region in einem hervorragendem Zustand. Aber es gibt noch eine andere Verbindung – eine, die nicht immer so offensichtlich ist, aber ebenfalls viel genutzt werde: den Krückauwanderweg. Reinhard Schlothauer kommt aus Elmshorn, ist Vorsitzender des Wanderverbands Norddeutschland und läuft die Strecke zwischen Elmshorn und Barmstedt ein bis zweimal im Jahr mit einer Gruppe ab. Dass der Wanderweg nun bis nach Langeln verlängert werden soll, freue ihn besonders. „Das finde ich sehr gut“, sagt er.

Schön grün präsentiert sich in der Regel der Steindammpark in Elmshorn. Weil im Augenblick eine Dürre herrscht, ist braun derzeit die vorherrschende Farbe.
Foto: Jaster
Schön grün präsentiert sich in der Regel der Steindammpark in Elmshorn. Weil im Augenblick eine Dürre herrscht, ist braun derzeit die vorherrschende Farbe.
 

Am 12. April 1986 seien die ersten Teile des Wegs eingeweiht worden, berichtet Schlothauer. 1989 war die Strecke, die beide Städte über Kölln-Reisiek und Bokholt-Hanredder miteinander verbindet, dann komplett begehbar. Etwa elf Kilometer sei der Weg lang, für den er sich gerade in Barmstedt aber noch etwas mehr Werbung wünschen würde. „Da gibt es viele schöne Lokalitäten“, sagt Schlothauer, und weiter. „Werbung für den Weg kann man immer wieder machen.“

1978 war der Wanderverband Norddeutschland laut Schlothauer gegründet worden. Von Seiten der Organisation wurde das Projekt eines Wanderwegs zwischen Elmshorn und Barmstedt intensiv begleitet, erläutert er. „Wir haben gesagt: Es gibt mehrere lange Wege.“ Aber vor der eigenen Haustür fehle noch ein kürzerer Weg. Die Mitglieder des Verbands kümmern sich heute um Pflege- und Markierungsarbeiten. „Wenn wir mit unseren Mitteln nicht mehr weiterkommen, dann informieren wir die zuständige Gemeinde“, berichtet Schlothauer.

Das alte Teilstück des Krückauwanderwegs ist laut dem Vorsitzenden in einem vernünftigem Zustand. Gelbe Pfeile weisen Wanderern und Spaziergängern den Weg vom Elmshorner Krückaupark bis zum Rantzauer See nach Barmstedt „Die Strecke ist auch für Ortsfremde gut erkennbar“, sagt Schlothauer. Aufgabe des Verbands sei es vor allem dort, wo es Alternativen gebe, die richtige Richtung zu weisen. Auffällig sei, dass der Weg hinter der A 23-Brücke bei Kölln-Reisiek einen großen Bogen schlage und auf einem Umweg zur Mündung der Offenau in die Krückau führe. „Der Weg sollte von der Mündung direkt zur Autobahn führen“, so Schlothauer. Ein Landwirt habe aber damals einen Teil seiner Fläche nicht verkaufen wollen. Darum mache der Weg einen Schlenker über die Stabel- und Widentwiete und den Elmshorner Friedhof in Kölln-Reisiek.

 

Einziges Manko aus Schlothauers Sicht an der Wegstrecke von Barmstedt nach Elmshorn: Entlang des alten Wegs gebe es keine Einkehrmöglichkeiten. „Zwischen Barmstedt und Elmshorn ist nichts. Aber das ist auch schwierig.“ Denn Zulauf hätten diese Lokale nur im Sommer. Eine temporärer Kiosk wäre da eine Alternative, schlägt Schlothauer vor. Das neue Teilstück des Krückauwanderwegs hat eine Einkehrmöglichkeit. In Heede führt die Strecke am Melkhus der Familie Huckfeldt vorbei.

Auch wenn der Weg touristisch beworben wird, nutzten zumeist eher Einheimische zwischen Barmstedt und Elmshorn den Weg, sagt Schlothauer. „Tagestourismus ist da nicht, leider nicht. Viele Besucher fahren von hier nach Hamburg. Wir sind trotzdem sehr froh, dass wir den Weg haben.“ Mit der Verlängerung werde die Wegstrecke auf 15 bis 16 Kilometer anwachsen. „Das ist eine gute Strecke, auch für Ältere“, sagt Schlothauer. Von Langeln aus könne man dann per AKN nach Barmstedt oder Elmshorn zurückfahren. Genauso sei es möglich, die Gemeinde östlich von Barmstedt per Zug als Startpunkt für eine Wanderung zu nutzen.

Der Wanderverband Norddeutschland ist das Dach für zwölf Vereine aus dem nördlichen Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen und federführend bei Markierungsarbeiten und Pflege. Etwa 2500 Mitglieder hat der Verband laut Schlothauer. Aus dem Kreis Pinneberg ist die Wanderbewegung Pinneberg Teil des Verbands. Der Verein habe etwa 250 Mitglieder, berichtet Schlothauer. Er wünsche sich aber, dass noch mehr jüngere Menschen sich in den Vereinen engagierten. Denn die Organisationen müssten sich regelmäßig darum kümmern, dass Wege und Markierungen nicht überwuchert werden. Der Elmshorner ist seit 2007 Vorsitzender des Wanderverbands und selbst ein Genuss-Wanderer. Am Ende der Touren sei regelmäßig eine Einkehr geplant. Im Mittelpunkt stehe für ihn aber, mit anderen Menschen zusammen in der Natur unterwegs zu sein.

Schlothauer weist darauf hin, dass außer dem eher kurzen Krückauwanderweg auch noch zwei Fernwege durch die Region führen. Zum einen ist das der östliche Teil des Ochsenwegs, der von Wedel nach Flensburg und weiter durch Dänemark führt. Unter anderem werden Hemdingen und Langeln von der Strecke berührt, von der der Krückauwanderweg abzweigt. Und dann gibt es noch den eher unbekannten Wanderweg Schlei-Eider-Elbe, der über 260 Kilometer von Schleswig nach Hamburg-Blankenese führt. In der Region Barmstedt führt er von Westerhorn durch das Klein Offenseth-Bokelsesser Moor nach Vossloch und Barmstedt und weiter über Bullenkuhlen und Hemdingen nach Borstel-Hohenraden.

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