Fracking : Die FWB macht in Barmstedt mobil

Barmstedt liegt im Aufsuchungsgebiet Bramstedt – das direkt an das Aufsuchungsgebiet Elmshorn angrenzt.
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Barmstedt liegt im Aufsuchungsgebiet Bramstedt – das direkt an das Aufsuchungsgebiet Elmshorn angrenzt.

Barmstedts Freie Wählergemeinschaft sammelt Unterschriften gegen die umstrittene Gasfördermethode. Ein Info-Abend findet am 17. Juni statt.

shz.de von
13. Juni 2014, 10:00 Uhr

Barmstedt | Die FWB will das Trinkwasser schützen – und dafür Fracking einen Riegel vorschieben. Um dieses Ziel zu erreichen, „sind wir auf die Mithilfe der Bürger angewiesen“, sagen Susanne Rattay und Dietmar Nissen, die in der Arbeitsgruppe Fracking aktiv sind. Wer die Forderung der FWB nach einem „ausnahmslosen Verbot von umwelttoxischem Fracking“ unterstützen möchte, kann das mit seiner Unterschrift auf einer der Listen tun, die noch bis zu den Sommerferien in Geschäften und öffentlichen Einrichtungen ausliegen.

Durch die Aufsuchungsgebiete Bramstedt und Elmshorn seien Barmstedt und das Umland unmittelbar betroffen, so Rattay und Nissen. „Wir liegen mitten in einem potenziellen Beprobungsfeld“, sagt Rattay. Auch die hiesigen, ehemaligen Ölförderstätten in der Umgebung könnten für die Konzerne interessant sein. Noch werde zwar nichts beprobt, „aber dazu sollte es auch nicht kommen – denn sonst könnte es zu spät sein“, sagt Nissen, der die Situation mit der des radioaktiv verseuchten Atommülls vergleicht. „Vor 30 Jahren hat sich keiner darüber Gedanken gemacht, wie das mal ausgehen könnte. Und jetzt haben wir den Salat.“

Die Fracking-Technologie – bei der bis in 5000 Meter Tiefe Chemikalien in Gesteinsschichten eingebracht werden, um Gas freizusetzen – sei höchst riskant, meinen Rattay und Nissen. „Wenn dabei was schiefgeht, ist das Trinkwasser verseucht – und zwar unwiderruflich.“ In Niedersachsen, wo wegen der Restgasvorkommen bereits gefrackt worden sei, habe es Leckagen gegeben, sagte Rattay. „Seitdem befinden sich die Chemikalien im Grundwasser.“

Selbst, wenn alle Restgasvorkommen im eigenen Land gefördert würden, könnte Deutschland nur wenige Jahre lang mit Energie versorgt werden, so Rattay. „Und was machen wir dann?“ Die einzige derzeit sinnvolle Alternative sei, die regenerativen Energien auszubauen.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) traut die FWB bei seinen Beteuerungen, gegen Fracking zu sein, nicht über den Weg. „Er sagt es zwar, aber wer weiß, ob es am Ende nicht doch genehmigt wird.“ Daher sei es umso wichtiger, dass sich das Land entschlossen gegen die Methode ausspreche. „Dafür brauchen wir auch in Barmstedt jede Stimme“, so Rattay. Die Liste soll dem Kieler Umweltminister Robert Habeck (Grüne) überreicht werden.

Ganz so weit wie andere Gemeinden will die FWB mit ihrer Forderung aber nicht gehen. „Wir wollen zum Beispiel nicht, dass Bohrungen grundsätzlich verboten werden. Sie müssen möglich sein, um Grundwasser fördern oder Erdwärme produzieren zu können“, so Rattay.

Wer sich näher über das Thema Fracking informieren möchte, kann sich über www.fwb-barmstedt.de bei der FWB melden.

Die Stadt lädt für Dienstag, 17. Juni, zu einem Info-Abend über Fracking ein. Er findet in der Aula der Grund- und Gemeinschaftsschule statt und beginnt um 19 Uhr.
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