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Integration in Barmstedt : Die Flüchtlingshelfer suchen Mitstreiter

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Das Barmstedter Willkommens-Team sucht ehrenamtliche „Wegbegleiter“. Eine neue hauptamtliche Mitarbeiterin gibt es bereits.

Barmstedt | Das Barmstedter Willkommens-Team hat seit Kurzem hauptamtliche Unterstützung: Christiane Restler betreut die Flüchtlinge und deren ehrenamtliche Betreuer im Integrationszentrum „Leuchtturm“. Für die 29-Jährige, die aus Stuttgart stammt und in Kiel Politik- und Islamwissenschaften studiert hat, ist es die erste Stelle. „Ich bin hier Ansprechpartnerin für alle Fragen, sei es von den Flüchtlingen zum Asylrecht oder von Bürgern, die etwas spenden wollen“, beschreibt sie die Bandbreite ihres Vollzeit-Jobs. Wenn sie nicht selbst helfen kann, leitet sie die Anfragen weiter. „Das ist besonders bei rechtlichen Fragen der Fall.“ Seit einiger Zeit etwa häuften sich Anfragen zur Familienzusammenführung, sagt Restler. „Die kann ich hier natürlich nicht bearbeiten.“

Wer Lust hat, sich als „Wegbegleiter“ für Flüchtlinge in Barmstedt oder dem Umland zu engagieren, erhält im Integrationszentrum „Leuchtturm“, Reichenstraße 6, erste Informationen. Es ist montags, dienstags und donnerstags jeweils von 10 bis 12 Uhr geöffnet und telefonisch unter 04123-9369644 erreichbar.

Bei den Beratungen profitiere sie von ihren Sprachkenntnissen, sagt Restle, die türkisch, arabisch, englisch und französisch spricht. Zu ihrem Studium gehörten unter anderem Recht, Soziologie und Pädagogik, und nach ihrem Abschluss leitete sie einen Deutsch-Kursus für Anfänger. „Ich habe vor meinem jetzigen Job also viel kennengelernt und kann oft sagen: ,Ja, das Problem habe ich auch schon mal gesehen’.“ Wenn möglich, versuche sie, den Flüchtlingen Hilfe zur Selbsthilfe zu   geben, sagt Restler. „Das motiviert viel mehr, als wenn man sie immer an die Hand nimmt.“

Der Bedarf an Beratung ist groß: Laut Thomas Kahlert vom Willkommens-Team ist der „Leuchtturm“ Anlaufstelle für die etwa 250 Flüchtlinge, die in Barmstedt und dem Amt Rantzau leben. „Die Hauptklientel sind jetzt die anerkannten Asylbewerber“, so Kahlert, der sich seit einem Jahr als „Wegbegleiter“ engagiert. „Wir suchen noch weitere Ehrenamtliche, die dazu Lust haben, Flüchtlinge im Alltag zu begleiten“, sagt er. Die Aufgaben seien unterschiedlich: Sie reichen von Hilfe bei Schulanmeldungen von Kindern bis zur Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen. Sprachkenntnisse seien nicht notwendig, so Kahlert. „Viele Flüchtlinge können gut englisch, manche auch ein paar Brocken deutsch, und sonst geht es mit Händen und Füßen.“ Falls auch das nicht reiche, stünden in der Sprechstunde Dolmetscher zur Verfügung.

Die wichtigsten Voraussetzungen für einen „Wegbegleiter“ seien das Interesse an den Menschen und die „Bereitschaft zur Improvisation“, sagt Kahlert – denn manchmal laufe nicht alles so wie gedacht. Betreut werden könnten Einzelpersonen als auch Familien oder Gruppen. Den Zeitaufwand könne jeder Helfer selbst bestimmen, „der ist unterschiedlich“. Zudem agierten die „Wegbegleiter“ unabhängig vom Willkommens-Team. „Viele machen das selbstständig für sich und fragen nur bei Bedarf um Rat.“

Kahlert schwärmt von seiner Tätigkeit. „Es ist eine tolle Chance, die in dieser Arbeit liegt. Man hat die Möglichkeit, direkt mit Flüchtlingen zu reden und kann viel über ihre Kultur und ihre Herkunftsländer erfahren.“ Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Amt und der Caritas – bei der Restle angestellt ist – funktioniere reibungslos, so Kahlert. „Das läuft alles sehr vertrauensvoll und auf kurzem Dienstweg.“

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erstellt am 28.Jun.2016 | 12:30 Uhr

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