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Barmstedter Zeitung

18. Oktober 2017 | 17:30 Uhr

Hemdingen : Die Familie steht an erster Stelle

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Norbert Mohr aus Hemdingen betreibt Milchvieh-Futterbau in fünfter Generation. Der Stall für 100 Tiere steht außerhalb des Hofs.

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erstellt am 03.Mai.2014 | 07:30 Uhr

Hemdingen | Im Kreis Pinneberg gibt es etwa 960 landwirtschaftliche Betriebe. In unregelmäßigen Abständen stellt die Barmstedter Zeitung Höfe in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen und der Stadt Barmstedt vor. Im 19. Serienteil erzählen Norbert und Cornelia Mohr aus Hemdingen, warum sie ihren neuen Stall außerhalb der Gemeinde gebaut haben – und warum die Familie am Mittwoch gern zum Fischbrötchenessen nach Kollmar fährt.

Zentraler liegt wohl nur noch der Hemdinger Hof: Der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Mohr aus Hemdingen befindet sich direkt an der Straße Reesenhöh im Ortskern. Doch um zu seinen Kühen zu gelangen, steigt Norbert Mohr (36) in der Regel ins Auto. Die Fahrt geht erst ein Stück Richtung Bilsen, dann biegt Mohr scharf ab nach Norden. Nach etwa einem Kilometer Fahrt über Wirtschaftswege erreicht er das große Stallgebäude mit Melkstand und Freifläche. „Wir haben 2008 auf der grünen Wiese gebaut“, berichtet Mohr. Der 36-Jährige betreibt gemeinsam mit seiner Frau Cornelia (36) in fünfter Generation einen Milchvieh-Futterbau mit derzeit etwa 70 Kühen. „Wir hätten damals auch im Ort bauen können“, so Mohr weiter. Aber aufgrund der möglichen Immissionsbelastung für die Nachbarn sowie dem starken Verkehr auf der Landesstraße 195 habe man darauf verzichtet. „Es ist eine gute Idee gewesen“, sagt Mohr. „Wenn ich dort wegfahre, habe ich definitiv Feierabend Wenn ich dort bin, kümmere ich mich um die Tiere.“ Jeden Abend geht zudem eine Nachbarin durch den Stall. „Wir wissen gleich Bescheid, wenn etwas passiert“, sagt Cornelia Mohr.

Der Stall bietet Platz für 100 Kühe, momentan stehen dort 70 Tiere. „Das Wachstum geht weiter“, so der Landwirt. Etwa 9000 Liter Milch gebe eine Kuh pro Jahr. Die Milch geht an die Meierei Barmstedt. Als Aushilfen hat er zwei 400-Euro-Kräfte, eine davon ist jeden Mittwoch im Betrieb. „Dann komme ich mal einen Abend raus“, sagt Mohr. Die Zeit verbringt er mit seinen Kindern – zum Beispiel beim Fischbrötchenessen in Kollmar. „Die Familie steht an erster Stelle“, sagt Norbert Mohr.

Seit dem 1. Mai 1900 – also fast auf den Tag genau 114 Jahre – ist der Hof in Familienbesitz. Martin Mohr, ein Maurer aus Langeln, habe den Hof damals mit 4,5 Hektar Eigenland gekauft. Insgesamt misst die Fläche des Hofs heute 72 Hektar. Auf dem Gelände habe es früher sogar ein Backhaus gegeben, so die Familie. Bis vor zwei Jahren widmeten sich die Mohrs zudem der Pferdezucht: „Das ging dann aber zeitlich nicht mehr“, sagt Norbert Mohr. Heute gebe es nur noch einige Pferde-Einsteller auf dem Hof.

Cornelia Mohr, von allen nur Conny genannt, stammt aus Schwerin. Später zog sie nach Groß Offenseth-Aspern um, wo sie ihren heutigen Ehemann kennenlernte. „Mit der Landwirtschaft hatte ich bis dahin nichts am Hut, ich komme aus der Stadt“, sagt sie. Problematisch sei die Umstellung für sie nicht gewesen. „Ich bin mit offenen Armen empfangen worden.“

Ob Tochter Denise (17), die derzeit ihre Ausbildung absolviert, später auch in den Familienbetrieb einsteigen möchte, darüber ist sie sich noch nicht sicher: „Ganz vielleicht“, meint sie. „Aber es gibt ja auch noch zwei andere“, sagt sie mit einem Augenzwinkern und Blick auf Tamme (4) und Hannah (2).

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