VHS Barmstedt : Die CDU will einen ehrenamtlichen Leiter

Hinnerk Goos wird die Barmstedter Volkshochschule auch weiterhin leiten.
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Hinnerk Goos wird die Barmstedter Volkshochschule auch weiterhin leiten.

Barmstedts Volkshochschule kooperiert mit Elmshorn – Christdemokraten kritisieren Mehrkosten. Verwaltung wird umstrukturiert.

shz.de von
16. Juli 2015, 10:00 Uhr

Barmstedt | Die Barmstedter Volkshochschule (VHS) wird ab Dezember mit der VHS Elmshorn kooperieren. Das haben die Stadtvertreter am Dienstagabend einstimmig beschlossen. Die BALL und zwei CDU-Vertreter enthielten sich der Stimme.

Die Kooperation soll für fünf Jahre gelten. Barmstedts VHS wird unter der Leitung von Hinnerk Goos weiterhin eigenständig bleiben, die Sachbearbeitung wird jedoch von Elmshorn übernommen. Dafür zahlt Barmstedt jährlich 21.000 Euro – knapp 16.000 Euro für Personal, den Rest für Werbung wie etwa den Druck der dann gemeinsamen Broschüre. „Beide Seiten erhoffen sich durch die Kooperation ein verbessertes Angebot“, begründete BALL-Fraktionschef Günter Thiel die Empfehlung des Kulturausschusses, der sein Okay gegeben hatte.

Die CDU hatte Bedenken wegen der zusätzlichen Kosten. „Wir finden eine Kooperation generell gut, aber die Rechnung suggeriert, dass wir sparen. Das tun wir aber nicht, dafür müssten wir Stellen reduzieren. Stattdessen zahlen wir 21.000 Euro drauf“, sagte Fraktionschef Hauke Johannsen. Die Mitarbeiter würden für andere Aufgaben eingesetzt, erwiderte Bürgervorsteher Christian Kahns (FWB). „Wir sind froh, wenn wir Kapazitäten haben, um zusätzliche Aufgaben erledigen zu können“, bekräftigte Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos). Das sollten dann aber „Aufgaben sein, die der Bevölkerung direkt zugute kommen und nicht die Umstellung des Haushalts auf die Doppik“, mahnte Thiel.

Ein weiterer Dorn im Auge war der CDU die hauptamtliche Leitung der VHS. „Wir sollten weiterhin versuchen, einen ehrenamtlichen Leiter zu finden. Das ging früher auch“, sagte Johannsen. Dafür sei der Aufgabenbereich aber zu umfangreich geworden, entgegnete Döpke. Die Leitung der VHS sei schon vor mehr als 20 Jahren ans Rathaus abgegeben worden, sagte FWB-Fraktionschef Michael Schönfelder. „Und ich glaube nicht, dass sich das umkehren lässt.“ Dennoch sollte es zumindest versucht werden, entschieden die Politiker schließlich. „Falls es jemanden gibt, der Interesse hat, kann er sich ja bei der Verwaltung melden“, sagte Johannsen.

Ablehnung durch den BALL

Für die Nutzer der VHS bedeutet die Kooperation nicht nur Vorteile: So wird die Gebührenfreiheit für Arbeitslose entfallen, und die Gebühren für Rentner werden erhöht. Die BALL lehnte diesen Punkt ab. Zudem habe er Zweifel, „dass der Mehraufwand das Angebot tatsächlich verbessern wird“, sagte Thiel. „Und de facto werden wir in der VHS Elmshorn untergehen.“

Zusätzlich zur Kooperation der Volkshochschulen, ist auch die Stadtverwaltung umstrukturiert worden: Vier Fachämter wurden zu zweien zusammengelegt. Folge: 460 Euro Mehrkosten pro Monat. „Die Umstrukturierung hat sich angeboten, weil zwei Amtsleiter Anfang Juli ausgeschieden sind“, erklärte Döpke. Und da die neuen Amtsleiter jetzt eine „immense Verantwortung“ hätten, sei die Besoldung angepasst worden. Bis auf Axel Schmidt (FWB), Claus-Peter Jessen (Grüne) und die BALL – die sich alle enthielten – stimmten alle Politiker der Umstrukturierung zu. „Wir finden die Stelle für die Pressearbeit und die Wirtschaftsförderung überbewertet“, sagte Thiel. Der Stelleninhaber „sollte lieber da  eingesetzt werden, wo Personal knapp ist“.

Knapp ist es offenbar an den Barmstedter Schulen: Um die Sozialarbeit zu verstärken, stimmten alle Stadtvertreter zu, nach den Sommerferien erstmals an der James-Krüss-Schule eine 15- Stunden-Stelle zu schaffen und die Stunden an der Grund- und Gemeinschaftsschule um fünf zu erhöhen. Die dafür notwendigen Mittel – 29.500 Euro – erhält die Stadt vom Kreis. Die 15-Stunden-Stelle soll bis Ende 2016 befristet werden – worauf sich die Politiker nur einließen, weil der Kreis laut Ortwin Schmidt (CDU) signalisiert hat, die Unterstützung auch darüber hinaus zu gewähren.

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