Immer mehr Arbeit : Die Brandbekämpfer in Barmstedt ziehen Bilanz

Der Papiergroßhandel an der Gebrüderstraße in Barmstedt – bekannt als „Papier Schmidt“ – ging Mitte Mai in Flammen auf. Die Feuerwehr bekämpfte den Brand mithilfe der Drehleiter.
Der Papiergroßhandel an der Gebrüderstraße in Barmstedt – bekannt als „Papier Schmidt“ – ging Mitte Mai in Flammen auf. Die Feuerwehr bekämpfte den Brand mithilfe der Drehleiter.

Insgesamt rückte die Wehr zu 115 Einsätze im vergangenen Jahr aus. Tendenz ist weiter steigend.

shz.de von
22. Januar 2015, 10:00 Uhr

Barmstedt | Für die Barmstedter Wehr war 2014 kein ruhiges Jahr. Zu insgesamt 115 Einsätzen rückte sie aus. „Die Tendenz ist steigend“, sagte der stellvertretende Wehrführer Axel Thieme.

Größte Herausforderung sei der Brand des Gebäudes von Papier Schmidt Mitte Mai in der Gebrüderstraße gewesen, so Thieme. 140 Kameraden waren im Einsatz. Umlandwehren wurden unterstützend hinzugezogen. Ein kräftezehrender Einsatz war das Hochwasser in Barmstedt am 23. und 24. Dezember. Feuerwehr und technisches Hilfswerk (THW) waren pausenlos im Einsatz. „Wir haben Sandsäcke gefüllt und an die Brennpunkte gebracht sowie Keller leergepumpt“, so Thieme. An Schlaf sei kaum zu denken gewesen. „Für Hausbesitzer, die an Hochwasser gefährdeten Punkten leben und einen Keller haben, ist es vielleicht einmal überlegenswert, sich selbst eine Pumpe anzuschaffen“, gab Thieme zu bedenken. Die Hausbewohner könnten schneller handeln und müssten nicht auf die Feuerwehr warten, die letztlich auch entlastet würde.

Das Hochwasser zu Weihnachten sei ja nicht das erste dieser Art in Barmstedt gewesen. 50 Mal leistete die Wehr technische Hilfe, zu 20 Bränden im Barmstedter Raum wurde sie gerufen. 45 unterstützende Maßnahmen leisteten die Kameraden. Dazu gehörten etwa Kinderfest, Laterne laufen, Triathlon. „Das sind für uns selbstverständliche und soziale Engagements für das gesellschaftliche Miteinander in Barmstedt“, so Thieme.

Zu nachbarschaftlichen Löschhilfen rückte die hiesige Wehr achtmal aus. Hoch ist die Anzahl der Fehlalarme bei Brandmeldeanlagen. Die Wehr wurde dazu 18 Mal aktiviert. „Natürlich müssen wir losfahren, es handelte sich überwiegend um öffentliche Gebäude oder Supermärkte und Betriebe“, so Thieme. Die Fehlalarme resultierten aus technischen Defekten bei den Brandmeldern.

Einsatz an der Gebrüderstraße: Die Feuerwehr rückte kurz vor Weihnachten bei starken Regenfällen aus, um vollgelaufene Keller leerzupumpen. (Foto: Meyer)
Einsatz an der Gebrüderstraße: Die Feuerwehr rückte kurz vor Weihnachten bei starken Regenfällen aus, um vollgelaufene Keller leerzupumpen. (Foto: Meyer)
 

Die technische Hochrüstung und die Sicherheitsverstärkungen in modernen Autos macht den Wehren auch zu schaffen. „Da stehen wir vor anspruchsvollen Aufgaben, eine gut sichtbare Rettungskarte in jedem Fahrzeug wäre sinnvoll, damit wir uns schnell informieren können“, so Thieme. Derartige Hinweise würden die Rettungsarbeiten erleichtern und dienten auch zum Schutz der Einsatzkräfte. Ein ähnliches Thema hatte auch die Beverner Wehr vor Kurzem während ihrer Jahreshauptversammlung angesprochen. Dort berichtete der Wehrführer, bei Fahrzeugen mit moderner Sicherheitsausstattung würde das Material der Feuerwehr an Grenzen geraten, falls beispielsweise eingeklemmte Personen befreit werden müssten.

Weitere Einsätze im Jahr 2014: „Der Brand des Pferdestalls in Lutzhorn zu Silvester, Kellerbrand in einem Block, Brände in Papiercontainern, brennende Autos Öleinsätze, Türöffnungen“, zählt Thieme auf. Bei den technischen Hilfeleistungen musste die Wehr eine Person aus einem Obergeschoss mit der Drehleiter holen. Löschhilfe leistete die Wehr bei einem großen Brand in Offenseth. „Lehrreich für uns war eine kreisübergreifende Waldbrandübung im Hasselbusch“, so Thieme. „Wir sind hoch motiviert, auch, weil wir aus der Bevölkerung hohe Wertschätzung erfahren“, soThieme abschließend. Wie viele ehrenamtliche Stunden werden bei der Wehr geleistet? „Die zu zählen, sprengt jeden Rahmen“, sagt er.

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