Projekt gekippt : Die Barmstedt-Card kommt nicht

Geplante Bezahl- und Rabatt-Karte wurde kaum nachgefragt. Wirtschaftsförderer bedauert das Aus: Chancen nicht genutzt.

shz.de von
02. Juli 2015, 12:30 Uhr

Barmstedt | Die Resonanz war gering, die Skepsis groß – jetzt hat die Stadt das Projekt ,Barmstedt-Card’ gestoppt. „Die Karte auf der Basis einer Prepaid-Karte mit unserem Jubiläums-Logo wird nicht realisiert. Wir bedauern das sehr“, teilte Stadtsprecher Wolfgang Heins gestern mit. Ein für gestern geplanter Info-Abend, an dem die Teilnehmer Möglichkeiten der Kundenwerbung und -bindung erarbeiten sollten, wurde abgesagt. „Er war auf äußerst geringe Resonanz gestoßen“, so Heins.

Wie berichtet, sollte die Barmstedt-Card in einer Mindestauflage von 500 Stück angeboten werden. Die Anschaffung hätte einmalig fünf Euro, die Gebühr monatlich einen Euro gekostet. Nutzer hätten mit ihr weltweit zahlen und gleichzeitig in Barmstedter Geschäften Rabatte erhalten können. „Gedacht war, die Karte im Jubliläumsjahr als äußeres Zeichen der Verbundenheit mit der Stadt zu nutzen und mit zusätzlichen kleinen Vorteilen die Attraktivität des Einkaufs in Barmstedt zu steigern“, so Heins. „Jeder hätte beim Vorzeigen der Karte deutlich machen können: Ich bin Barmstedter, ich stehe zu meiner Stadt.“

Weshalb die Resonanz so gering war und es mehr kritische Meinungen als Zustimmung gegeben habe, kann Heins nicht erklären. Vielleicht sei es die Skepsis gegenüber einer Kreditkarte gewesen, oder die Chancen einer Kundenbindung seien zu wenig erkannt worden, vermutet er. „Und natürlich fragen wir uns selbstkritisch, ob wir besser hätten informieren müssen.“

Als Wirtschaftsförderer bedauert Heins das Projekt-Aus besonders. „Alles, was Aufmerksamkeit auf Barmstedt lenkt, kann nur gut sein.“ Andere Städte würden Kundenkarten einführen und sich damit in ähnlicher Weise Gedanken darüber machen, wie sie Kunden binden können. Auch dem zunehmenden Trend des Kaufens über das Internet hätte die Card entgegenwirken können. „Und selbst wenn sie nicht als Zahlungsmittel eingesetzt worden wäre, hätte man die Kunden beim Vorzeigen mit kleinen Vorteilen begeistern können“, meint Heins, der bedauert, letztlich nicht die notwendige Unterstützung für eine „an sich gute Marketing-Idee“ bekommen zu haben.

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