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„Haben ein Stück Heimat verloren“ : Die Awo kann Haus an der Hamburger Straße nach Brand nicht mehr nutzen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Brandursache und die Schadenshöhe sind weiter unklar.

Barmstedt | Zweieinhalb Tage nach dem schweren Brand an der Hamburger Straße in Barmstedt sind die Folgen noch deutlich zu sehen – und zu riechen: Vom völlig ausgebrannten Schuppen steht nur noch ein Gerippe, der Baum daneben ist komplett schwarz. Auf dem Hof liegt ein Berg aus verkohlten und zerstörten Teilen: Bretter, Regale, Dämmstoff, Farbeimer. Schon beim Näherkommen riecht es stark nach verbranntem Plastik. Das Hausdach, das beim Brand am Sonnabend zerstört wurde, ist mit Planen eingedeckt, auf dem Gehweg vor dem Haus haben sich Kunststoffreste eingebrannt. Weshalb das Feuer ausgebrochen war, ist indes weiter unklar. „Dazu können wir noch nichts sagen, wir ermitteln noch“, sagte Polizeisprecherin Seymar Stephan gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Wie berichtet, war das Feuer am Sonnabend gegen 18 Uhr zuerst im Bereich des Schuppens ausgebrochen. Anschließend hatten die Flammen auf das Dach des Hauses übergegriffen, so dass die Dachpappe in Brand geraten war. Den Feuerwehren aus Barmstedt und Heede gelang es innerhalb weniger Minuten, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Autofahrer, die am Sonnabend nach Barmstedt hinein oder aus der Stadt heraus wollten, mussten bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen einen Umweg in Kauf nehmen: Bereits am 26. Juni war die Hamburger Straße wegen eines Feuerwehreinsatzes gesperrt.

Die Flammen hatten den Dachstuhl zerstört.
Die Flammen hatten den Dachstuhl zerstört. Foto: Uthoff
 

Wie hoch der Sachschaden ist, steht laut Polizei noch nicht fest. Das Haus, in dem die Awo eine Tagesgruppe mit Kindern aus sozial benachteiligten Familien betreut, sei jedenfalls nicht mehr nutzbar, hieß es. „Es gibt erhebliche Schäden im Dachbereich, und auch das Löschwasser wird Schäden hinterlassen“, sagte Tagesgruppen-Leiter Jochen Kuik, der am Sonnabend zum Einsatzort gerufen worden war. Es werde „mindestens acht Wochen dauern, bis wir wieder hineinkönnen“.

In dieser und der nächsten Woche sei die Tagesgruppe – in der acht Kinder betreut werden – geschlossen, sagte Kuik. „Dann sind erstmal Ferienfahrten, das kriegen wir zum Glück auch so hin.“ Er hoffe aber, „dass wir das Haus nach den Sommerferien wieder nutzen können“, sagte Kuik. Ansonsten „müssen wir uns übergangsweise einen anderen Raum suchen, denn für die Kinder ist es wichtig, dass es weitergeht“. Wer einen Raum anbieten kann, wird gebeten, sich bei Kuik zu melden.

Den der Awo entstandene Schaden – auch der neben dem Haus geparkte Bus wurde beschädigt – werde voraussichtlich die Versicherung begleichen, sagte Kuik. Direkt nach dem Brand hätten Mitarbeiter und er den PC und die Akten der Kinder aus dem Haus gerettet. Die Aufräumarbeiten könnten aber erst starten, wenn die Polizei den Einsatzort freigebe, sagte Kuik. „Dann werden wir erstmal die noch brauchbaren Sachen rausräumen.“

Durch den Brand sei der Gruppe „ein Stück Heimat weggebrochen“, sagte Kuik. „Wir sind alle ganz betrübt.“ Die Tagesgruppe war Anfang 2012 von Hasloh nach Barmstedt umgezogen. Die acht Kinder werden an vier Tagen pro Woche betreut. Die Arbeit, die die Awo seit mehr als 30 Jahren leiste, sei wichtig, um die Familien zu stabilisieren, sagte Kuik. Er dankte der Feuerwehr und der Polizei für ihr schnelles Handeln: „Die haben das richtig gut gemacht.“

Wer der Tagesgruppe einen Raum zur Verfügung stellen könnte, der Brandschutzvorschriften entspricht, kann sich unter 04121-423503 oder jochen.kuik@awo-sh.de melden.
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erstellt am 12.Jul.2017 | 10:00 Uhr

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