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Barmstedter Zeitung

19. August 2017 | 15:19 Uhr

Bokel : Der Windpark ist vom Tisch

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Alle Areale sind in der Planung des Landes gestrichen worden.

Bokel | Schon mehrfach war ein Windpark auf Bokeler Gebiet in der Diskussion. Doch so weit wie dieses Mal waren die Planungen noch nie vorangeschritten. Gleich drei potentielle Investoren hatten sogar schon Gespräche mit den Eigentümern der in Frage kommenden Flächen geführt. Doch nun die Kehrtwende: Im aktualisierten Flächenplan des Landes für die Windkraftnutzung wurden alle Areale auf Bokeler Gebiet gestrichen.

Während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung präsentierte Bürgermeister Wolfgang Münster der Politikerrunde die neuesten Pläne der Landesregierung. Demnach stehen alle vier Teilflächen auf Bokeler Gebiet nicht mehr für Windenergie-Anlagen zur Verfügung. „Das Land hat seine Pläne nun schon zum dritten Mal angepasst“, fasste Münster das Hin und Her der vergangenen Jahre zusammen.

2009 stand in Bokel letztmals ein Windpark-Projekt zur Diskussion. Damals wurde es von der Politik abgelehnt. Im Sommer kochte das Thema wieder hoch, weil im nördlichen Teil der Gemeinde in den Bereichen Vossbarg und Hingstheider Moor seit Anfang des Jahres neue Eignungsflächen ausgewiesen worden waren.

Hohes Konfliktrisiko

Angedacht war, auf der Fläche bis zu sieben Windkraftanlagen zu bauen, davon zwei bis drei auf Bokeler Gebiet. Nun folgte also das Kommando zurück. Auch die größte Einzelfläche auf dem Gebiet der Gemeinden Bokel, Hingstheide und Wulfsmoor fiel aus den aktualisierten Landesplänen zur Windenergienutzung heraus. 99,7 Hektar misst das Areal. Platz für Windkraftanlagen hätte es also genügend gegeben. Es bestehe ein „hohes Konfliktrisiko“ hinsichtlich eines „potentiellen Beeinträchtigungsbereiches mit besonderer Bedeutung für Großvögel“ heißt es in der Begründung.

Die Fläche liege außerdem „komplett in einem Bereich, der im Rahmen der A20-Grünbrückenplanung Hasselbusch als Verbundkorridor unter anderem für das Rotwild ermittelt wurde.“ Die Aufstellung von Windkraftanlagen in diesem Bereich würde „erhebliche Beeinträchtigungen im Hinblick auf die Ziele der geplanten Grünbrücke haben. Die Fläche wird daher gestrichen.“ Eine Stellungnahme des Landes, die Bürgermeister Münster mit einen Satz kommentierte: „Aus meiner Sicht ist das Thema Windkraft in Bokel damit wieder vom Tisch.“

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erstellt am 13.Dez.2016 | 12:01 Uhr

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