zur Navigation springen

Entschädigung : Der Wehrführer bekommt mehr Geld

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Hauptausschuss beschließt eine Erhöhung von 145 auf 300 Euro pro Monat. Andere Kommunen zahlen mehr.

Barmstedt | Barmstedts Wehrführer Uwe Schinkel soll für seine ehrenamtliche Tätigkeit ab 2017 eine höhere Aufwandsentschädigung erhalten: Sie soll von derzeit 145 auf 300 Euro pro Monat steigen. Mit diesem einstimmigen Beschluss setzte sich der Ausschuss über den Vorschlag der Verwaltung hinweg, die empfohlen hatte, die Entschädigung auf den nach der Landesverordnung möglichen Höchstsatz (394 Euro) anzuheben. Er sei „über diesen Vorschlag etwas überrascht gewesen“, sagte der Ausschussvorsitzende Peter Gottschalk (FWB). Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) erklärte, die letzte Anpassung der Entschädigung liege 13 Jahre zurück. „Seitdem sind die Anforderungen an die Wehr erheblich gestiegen. Die Arbeit bedeutet eine große Belastung.“

Einen „bestimmten Anlass“ habe es für den Vorschlag der Verwaltung nicht gegeben, sagte Döpke auf die Frage von Hauke Johannsen (CDU), weshalb die Entschädigung auf einmal so stark angehoben werden soll. Die Verwaltung spreche regelmäßig mit der Feuerwehr, „und in diesem Rahmen haben wir vor einiger Zeit eben auch über die Entschädigungen gesprochen“. Die Erhöhung sei zwar prozentual sehr hoch, sagte Christian Schönfelder (FWB), „aber die Anforderungen sind ja auch sehr gestiegen. Die Mannstärke der Wehr sinkt, und umso mehr ist die Führung gefordert, die Einsatzbereitschaft herzustellen.“ Er monierte allerdings, dass der Zeitraum für die Erhöhung zu lang sei. „Dann kommt es natürlich zu so großen Sprüngen.“

Richard Gude (SPD) wies darauf hin, dass die „einfachen“ Feuerwehrleute keine Entschädigung erhalten. „Vor dem Hintergrund finde ich den Sprung für den Wehrführer einfach zu hoch.“ Auch er fühle sich von der deutlichen Erhöhung „etwas überfahren“, sagte Henning Behrens (CDU). „Darüber hätte man vielleicht vorher interfraktionell beraten können.“ Er könne sich vorstellen, den Satz an die Entschädigung für die Gleichstellungs- und die Behindertenbeauftragte anzupassen, die jeweils 250 Euro pro Monat erhalten. Doch deren Aufgaben seien mit denen des Wehrführers „schwer zu vergleichen“, sagte Gottschalk.

Ein Kompromiss

Norbert Bollweg (CDU) schlug schließlich als Kompromiss die 300 Euro vor, auf die sich dann alle verständigen konnten. Der stellvertretende Wehrführer – zurzeit Axel Thieme – soll wie gehabt die Hälfte dieses Betrags erhalten. Die abschließende Entscheidung sollen die Stadtvertreter treffen. Sie tagen am kommenden Dienstag, 13. Dezember, ab 19 Uhr in der Kommunalen Halle.

Im Vergleich zu anderen Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Pinneberg liegt der Barmstedter Wehrführer – der mit etwa 60 aktiven Einsatzkräften für rund 10.000 Einwohner zuständig ist – auch mit 300 Euro noch deutlich hinter vielen Amtskollegen. So erhalten etwa die Wehrführer in Quickborn (20.000 Einwohner, etwa 100 Einsatzkräfte), Tornesch (13.000 Einwohner, etwa 110 Einsatzkräfte) und Elmshorn (50.000 Einwohner, etwa 100 Einsatzkräfte) jeweils den Höchstsatz. Auch Gemeinden im Amt Rantzau entschädigen ihre Wehrführer deutlich höher als das wesentlich größere Barmstedt: Hemdingen und Bokholt-Hanredder etwa gewähren ihnen den Höchstsatz. Die Gemeinde Appen (5000 Einwohner, etwa 65 Einsatzkräfte) ist sparsamer: Dort erhält der Wehrführer die Hälfte des Höchstsatzes.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 08.Dez.2016 | 14:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen