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Spurensuche beim THW Barmstedt : Der Verdacht auf Brandstiftung erhärtet sich

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Nach dem Brand auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks forscht die Kripo weiter nach der Ursache. Der Schaden ist höher als vermutet.

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Der Verdacht, dass das Feuer auf dem Barmstedter THW-Gelände gelegt wurde, erhärtet sich: Mehrere der elf Gasflaschen, die in dem brennenden Unterstand lagerten, sollen zuvor geöffnet worden sein. Das hat THW-Chef Stefan Schrade gestern im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet. „Wir schließen sie immer“, sagte er. Wie berichtet, war das Feuer am Sonnabend gegen 19.30 Uhr ausgebrochen. Anwohner hatten es kurz darauf bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Wie sich später herausstellte, waren die in dem Unterstand gelagerten Gasflaschen zwar fast leer – aber da die Einsatzkräfte das nicht wussten, löschten sie unter erhöhten Sicherheitsbedingungen – immer in Sorge vor einer Explosion.

„Das war hochriskant für die Feuerwehr. Manche Gasflaschen haben oberhalb der Hälse sogar gebrannt“, sagt Schrade. „Wenn wirklich einer die Flaschen aufgedreht hat, dann war das eine enorme kriminelle Energie.“ Für Brandstiftung spreche zudem, dass in dem Unterstand keine Technik sei und das Wetter keinen Funkenflug begünstigt habe. Wie ein mutmaßlicher Täter auf das Gelände gelangen konnte, ist unklar. Das Areal grenzt an Privatgrundstücke und das Grundstück der Stadtwerke. Es ist von allen Seiten hoch umzäunt; das Eingangstor ist verschlossen. Auch der Zeitpunkt wäre „sportlich“, sagt Schrade. „Samstagabend, da sind doch viele Leute zu Hause.“

Nach einem möglichen Motiv gefragt, zuckt Schrade die Schultern. „Keine Ahnung. Wir sind weder eine Firma, die Leute feuert, noch haben wir eine Warteliste oder jemanden rausgeworfen.“ Dennoch sei nichts ausgeschlossen. Aber: „Wir warten jetzt, was die Ermittlungen der Kripo ergeben.“ Auf jeden Fall werde aber die Überwachung des Geländes weiter verstärkt.

Riskant: die Gasflaschen, die in dem Unterstand lagerten, enthielten noch Restgas. (Foto: Meyer)
Riskant: die Gasflaschen, die in dem Unterstand lagerten, enthielten noch Restgas. (Foto: Meyer)
 

Der Schaden – mehrere tausend Euro – sei höher als zunächst angenommen, so Schrade. „Außer dem Unterstand ist auch die Mauer der angrenzenden Fahrzeughalle beschädigt.“ Das THW werde den Unterstand zügig instand setzen, sagte Schade. Er sei froh, dass nicht noch mehr passiert ist. „Wenn die Fahrzeuge was abgekriegt hätten, wäre das viel schlimmer gewesen.“ Die Einsatzwagen waren rechtzeitig aus der Halle gefahren worden.

Auch ein Anwohner hatte Glück: Sein Stall, der direkt nebem dem THW-Gelände steht und in dem er Hühner und Kaninchen hält, blieb von den Flammen verschont. „Ein Nachbar hatte das Feuer bemerkt und mir Bescheid gesagt“, berichtete er. Daraufhin habe er die Verschläge geöffnet und einen Wasserstrahl in Richtung des Brandes gerichtet, um den Funkenflug einzudämmen. „Das hat zum Glück geholfen.“

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