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Leerrohre in Barmstedt : Der Steuerzahler-Bund fragt nach

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Vereinigung will Näheres über das gestoppte Projekt wissen. Gewerbegebiet im Norden: „Vorsichtig positive Äußerung“ aus Kiel.

Barmstedt | Der Bund der Steuerzahler hat bei der Barmstedter Verwaltung nähere Informationen über die gestoppte Verlegung von Leerrohren an der Kreisstraße2 (K2) zwischen Lutzhorn und Barmstedt angefordert. Das hat Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) im jüngsten Hauptausschuss mitgeteilt. „Es geht um die Tiefbaumaßnahmen“, sagte sie und kündigte an, die Verwaltung werde alle Fragen beantworten.

Wie berichtet, hatte die Stadtvertretung Ende Juli 2014 beschlossen, dass die Stadtwerke den Ausbau der K2 nutzen sollten, um dort – zunächst im ersten Bauabschnitt – Leerrohre zu verlegen. So könne später ein mögliches Gewerbegebiet im Bereich der K2 mit Energie, Wasser und Breitband versorgt werden. Im September stellte sich jedoch heraus, dass das Land ein Gewerbegebiet an der Stelle nicht genehmigen würde – woraufhin die Stadtvertretung den Beschluss aufhob. Die Stadtwerke hatten allerdings bereits Material gekauft und mit ersten Arbeiten begonnen. Insgesamt waren Kosten in Höhe von etwa 18.000 Euro entstanden.

Dass entlang des zweiten Ausbauabschnitts der K2 Leerrohre verlegt werden, ist ebenfalls unwahrscheinlich: Der Hauptausschuss sprach sich einstimmig bei zwei Enthaltungen (FWB und CDU) dagegen aus. Begründung: Es sei nicht absehbar, dass im Norden der Stadt Gewerbe- oder Wohngebiete entstehen werden. Die Stadt strebe das aber weiterhin an, betonten die Politiker.

Vier Kreise arbeiten an gemeinsamen Gebieten

Die Chancen auf ein Gewerbegebiet an der K18 sind indessen wieder gestiegen: Die Landesplanung habe der Stadt geraten, noch einmal mit dem Kreis über das Thema zu sprechen und „darzustellen, wie wichtig es für uns ist“, berichtete Döpke, die am Montag mit Vertretern der Politik und der Verwaltung nach Kiel gereist war, um Barmstedts Interesse an einem Gewerbegebiet im Norden zu verdeutlichen.

Laut Staatskanzlei würden vier Landkreise seit einiger Zeit an einem Konzept für die gemeinsame Ausweisung neuer Gewerbegebiete arbeiten, sagte Döpke. „Wir waren dazu auch gefragt worden, aber unsere Position wurde anscheinend nicht berücksichtigt.“ Sollten die erneuten Gespräche mit dem Kreis positiv verlaufen, „können wir nochmal mit der Landesplanung sprechen, wurde uns gesagt“, berichtete Döpke – die das als „vorsichtig positive Äußerung“ wertete.

Leerrohre sollten trotzdem nicht verlegt werden, meinten die Politiker. Denn, wie Peter Gottschalk (FWB) zu bedenken gab: „Wir liegen in der Mitte der Entwicklungsachsen. Und selbst, wenn wir es schaffen sollten, das zu ändern, könnte es noch ewig dauern, bis ein Gewerbegebiet genehmigt ist.“ Von Planungssicherheit könne keine Rede sein, meinte auch Claus-Peter Jessen (Grüne). „Das, was wir gerade machen, ist Kaffeesatzleserei.“

Die Arbeiten am zweiten Ausbauabschnitt der K2 sollen laut Kreis Ende April beginnen. Betroffen ist die Strecke zwischen Großendorfer Heide und dem Barmstedter Friedhof. Während der mehrmonatigen Bauzeit wird die Strecke für den Durchgangsverkehr gesperrt. „Die Grundstücke im Baubereich werden aber erreichbar sein“, so Kreissprecher Oliver Carstens.
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erstellt am 21.Mär.2015 | 15:00 Uhr

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