„Bitte noch einmal ab Takt 57!“ : Der Kirchenchor Barmstedt und Instrumentalisten üben für das große Sommerkonzert

„Noch einmal, bitte“: Kantor Reinhard Deseniß (vorn) gibt den Chorsängern den Takt vor.
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„Noch einmal, bitte“: Kantor Reinhard Deseniß (vorn) gibt den Chorsängern den Takt vor.

Nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung folgt das Einsingen, es rascheln 80 Partituren, und dann erfüllt strahlendes C-Dur den Raum.

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23. Juni 2015, 15:15 Uhr

Barmstedt | Im Gemeindesaal herrscht bereits ein energiegeladenes Flirren, als Kantor Reinhard Deseniß gut  gelaunt durch die Tür kommt. Nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung folgt das Einsingen, es rascheln 80 Partituren, und dann erfüllt strahlendes C-Dur den Raum. Es ist „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“, der machtvollste Chor aus Haydns Schöpfung. Mit diesem Stück werden die Barmstedter Kantorei, der Posaunenchor der Gemeinschaft und das Barmstedter Blockflötenensemble am Donnerstag, 25. Juni, ihr Sommerkonzert eröffnen, für das die Proben derzeit auf Hochtouren laufen.

Der Kirchenchor singt sich flüssig durch die Partitur, nur eine Passage ist noch nicht ganz zur Zufriedenheit des Kantors: „Bitte noch einmal ab Takt 57!“ Gelegenheit für den Besucher, das Programm zu studieren: Es ist so anspruchsvoll wie vielfältig, vom weihevollen Barock bis zum verswingten Jubilate. Nicht zuletzt wird mit mehreren Liedern auch wieder das Publikum zum Mitsingen aufgefordert sein. Kenner der Sommerkonzerte wissen, was für ein wundervoller Moment das ist: zusammen mit fast 500 anderen in der Heiligen-Geist-Kirche zu singen.

Die Probe ist inzwischen beim Gloria angelangt. Vivaldis zweites, spätes Gloria, geschrieben mit der ganzen Kraft und Empfindsamkeit seiner musikalischen Reife und in der Spiritualität des Priesters, der er ebenfalls war. Langsam baut sich sich der Chor aus dem Bass heraus auf: „Et in terra pax hominibus“, und Friede auf Erden unter den Menschen. Tenor und Alt greifen das Thema auf, dessen Gelassenheit mit dem pulsierenden Dreivierteltakt kontrastiert. Spätestens, als der Sopran einsetzt, sieht man sie in den Gesichtern der Sänger: die Entrückung, die das Singen bewirkt.

Das Konzert beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei; es wird aber um Spenden für den Erhalt der Heiligen-Geist-Kirche gebeten.
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