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Barmstedt : Der Kabarett-Star Simone Solga erklärt die Merkel-Raute

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Kabarett-Star begeistert das Publikum in Barmstedt mit Absurditäten aus Berlin.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Simone Solga. In Barmstedt. Und sie hat Barmstedt – gerockt. Die Ausnahmekabarettistin an die Krückau geholt zu haben, und dies am Tag, nachdem sie den deutschen Kabarettpreis erhalten hat, ist wieder ein Glücksgriff des regen Kulturvereins Pfiff.

Wie verdient ihr Preis ist, darf ihr Barmstedter Publikum in der Aula der Grund- und Gemeinschaftsschule gute zwei Stunden lang ohne Punkt und Komma erleben: Mit blondierter Unbekümmertheit und jovialem thüringischem Zungenschlag plaudert Solga als Kanzlerinnen-Souffleuse Vertraulichkeiten aus dem Berliner Regierungsviertel aus und zieht dabei aus den Absurditäten des Regierungsbetriebs eine Pointenkadenz, die dem Zwerchfell keine Chance auf ein Päuschen gönnt. Denn Angela Merkels Spin-Doktor hat einiges zu erzählen – wie den Ursprung der legendären Merkel-Raute. Der hat allerdings mit Wladimir Putins Anatomie zu tun und ist hier leider nicht druckfähig.

Schon vom furiosen Beginn an muss der Barmstedter Peter Neugebauer dran glauben, den Solga aus der ersten Reihe pickt und umstandslos durch den Kakao zieht. Wobei er sich als dankbares Opfer erweist, denn aus seinen schlagfertigen Repliken entspinnt sich eine hinreißende Stand-up-Comedy mit der Kabarettistin. Ein Barmstedter Kandidat für den nächsten Kabarettpreis? „Ich genieße es“, strahlt der Barmstedter.

Das Publikum johlt jedenfalls vor Vergnügen. Und das, obwohl Solga der Stadt mit intimer Kenntnis regierungsamtlicher Infrastrukturplanung so ganz im Plauderton eine Zukunft voraussagt, gegen das die Reiter der Apokalypse ein Besuch vom Ponyhof wären. Nur so viel sei verraten: Von Barmstedt soll kein Stein auf dem anderen bleiben, und zwar wortwörtlich. Oder doch, aber ganz woanders.

Und überhaupt erwartet die Stadt eine so strahlende wie multikulturelle Zukunft, von der sogar Bürgermeisterin Heike Döpke im Publikum überrascht sein darf. Am meisten überrascht ist zum Finale dann allerdings Neugebauer, dem die Kabarettistin noch ein versöhnliches Liebesständchen darbringt.

Simone Solga wurde am 6. August 1963 als Tochter eines Schauspieler-Ehepaares in Gera geboren. 1990 war sie die erste Ostdeutsche Kabarettistin bei Hildebrandts „Scheibenwischer“ und wurde ab 1995  Mitglied der Münchner Lach- & Schießgesellschaft. 2000 startete die gelernte Buchhändlerin ihre Solo-Karriere als Kabarettistin und Schriftstellerin.
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