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„Der erste Tag war abenteuerlich“ : „Der erste Tag war abenteuerlich“

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

In der Barmstedter Arche-Noah-Kita werden 13 Flüchtlingskinder betreut. Feste Abläufe sind besonders wichtig.

Barmstedt | Es ist ein wildes Durcheinander. Überall liegt Spielzeug auf dem Fußboden. In einer Ecke spielen drei Mädchen mit Puppen, in einer anderen vier Jungen mit Bauklötzen. Am Tisch formen zwei Kinder Knetgummi. „Das lieben sie“, sagt Laura Bilnik. Sie absolviert in    der Barmstedter Arche-Noah-Kita ihr Freiwilliges Soziales Jahr und kümmert sich auch um die Spielgruppe, die Ende April gestartet wurde – und die den Raum gerade in ein mittleres Chaos verwandelt hat. Aber Bilnik und Gruppenleiterin Sabine Kirstein sehen das locker. „Gleich wird aufgeräumt“, ruft Kirstein fröhlich – und innerhalb weniger Minuten sieht es wieder tadellos aus.

„Das machen wir jeden Tag, und danach essen wir Obst. Für die Kinder ist es wichtig, dass es einen festen Ablauf gibt, denn der vermittelt ihnen Sicherheit“, erklärt Kirstein. Die für die Spielgruppe besonders wichtig ist, denn 13 der 15 Kinder sind mit ihren Eltern aus ihrer Heimat geflohen und noch nicht lange in Deutschland. Alle besuchen zum ersten Mal einen Kindergarten. „Am ersten Tag war es schon ein wenig abenteuerlich“, berichtet Kirstein. „Aber schon am zweiten Tag lief es besser, da hatten sich alle schon mal gesehen.“

Die Verständigung mit den zwei bis fünf Jahre alten Kindern, die unter anderem aus Syrien, Irak, Afghanistan und Mazedonien stammen, laufe „mit viel Gestik, hingehen und erklären“, so Kirstein. Bilnik und sie reden mit den Kindern ausschließlich deutsch. „Das klappt recht gut.“ Untereinander verständigten sich die elf Jungen und vier Mädchen – unter denen auch Geschwisterpaare sind – auf ihre Weise, sagt Kirstein lächelnd: „Das läuft übers Spielen.“ Und wenn die Kommunikation mit den Eltern schwierig sei, „nehmen wir die Hilfe der Dolmetscher aus dem Leuchtturm in Anspruch“, erklärt Kita-Leiterin Doris Renner.

Für sie sei die tägliche Arbeit in der Spielgruppe „mal was Neues, ganz anders als sonst und sehr aufregend“, sagt Kirstein. Auch sie selbst lerne dabei viel – etwa, dass der arabische Name „Alioth“ wie „Lias“ ausgesprochen werde. Und weil die Kinder jünger sind als die Gruppe, die den Raum vormittags nutzt, musste ein Gitter vor die Treppe auf das Hochbett gebaut werden. „Am Anfang hat immer eine von uns davorgesessen“, erzählt Kirstein schmunzelnd.

Die Spielgruppe, die die Stadt über die Integrationspauschale refinanziert, ist von der Politik auf zwei Jahre befristet worden. „Dann gucken wir, ob der Bedarf noch da ist“, so Renner. Anfängliche Zweifel, ob das Angebot überhaupt angenommen werden würde, seien schnell verschwunden. „Es sind Kinder, die für die reguläre Kita angemeldet werden sollten, in der wir aber keine freien Plätze hatten“, so Renner. Nach den Sommerferien werden aber zwei Kinder aus der Spielgruppe in eine reguläre Kita-Gruppe wechseln.

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erstellt am 23.Jun.2016 | 10:00 Uhr

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