Hemdingen : Der dunkle Fleck von Hemdingen

Ramponiertes Gras, lockere Ziegel und viel Schlamm: Etwa  15 Autos sollen an der Einmündung in den Graben gerutscht sein, seitdem die Strecke als Ausweichroute für die gesperrte L110 genutzt wird.
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Ramponiertes Gras, lockere Ziegel und viel Schlamm: Etwa 15 Autos sollen an der Einmündung in den Graben gerutscht sein, seitdem die Strecke als Ausweichroute für die gesperrte L110 genutzt wird.

Immer wieder rutschen Autofahrer beim Linksabbiegen in die Beverner Straße in den Graben. Kreis will Stelle künftig absichern.

shz.de von
10. Januar 2015, 10:00 Uhr

Hemdingen | Landwirt Dietmar Vähling schüttelt den Kopf: „Es ist ein dunkler Fleck“, sagt der Hemdinger und zeigt auf den Graben an der Einmündung Beverner Straße (K10) und Steindamm (L195). Vähling wohnt nur wenige Meter von der Stelle entfernt. Was er in den vergangenen Monaten dort gesehen hat, ist sehr ungewöhnlich. Etwa 15 Autos sind laut Vähling beim Linksabbiegen nach Bevern in den Graben gefahren, seitdem die Landesstraße 110 zwischen Bevern und Ellerhoop gesperrt ist. Verletzte habe es glücklicherweise keine gegeben. „Die meisten Autofahrer sind wieder herausgezogen worden“, sagt Vähling. Dabei würden ein oder zwei Warnbaken seiner Meinung nach die vielen Unfälle der Linksabbieger verhindern. Auch die Polizei ist mittlerweile auf das Problem aufmerksam geworden. Laut Polizeisprecherin Sandra Mohr hat der Kreis zugesichert, die Stelle zu überprüfen und die Zahl der Unfälle zu minimieren.

Der Graben ist vom Regen völlig durchweicht. Überall sind Reifenabdrücke zu sehen; die Ziegel um ein kleines Wasserrohr brechen auseinander. Auch Gerda Wiehler aus Barmstedt ist dort mit ihrem Mann am 22. Dezember in den Graben gefahren, als sie auf der Strecke von Ellerhoop nach Bevern unterwegs waren. „Bei Dunkelheit ist der Graben schlecht, bei Regen gar nicht erkennbar“, sagt sie. „Das ging so schnell.“ Ein zufällig vorbeikommender Abschleppwagen habe ihr Auto wieder aus dem Dreck gezogen. „Der Wagen war danach wieder fahrbereit.“ Eins stellt sie besonders heraus: „Wir haben sehr viel Unterstützung bekommen.“ Viele Autofahrer hätten angehalten und gefragt, ob sie helfen könnten.

Am vergangenen Dienstag dann habe ihr Sohn das nächste Auto im Graben entdeckt. Diesmal sei auch die Polizei vor Ort gewesen. „Ich habe die drei Kinder und ihre Oma dann nach Barmstedt mitgenommen“, berichtet Kay Wiehler. Aus seiner Sicht sind fehlerhafte Fahrbahnmarkierungen Schuld an den Unfällen. „Wenn man links abbiegt, sieht es so aus, als habe man eine breite Einfahrt vor sich. Die Autofahrer landen aber im Graben, weil sie nicht sehen, wo die Straße aufhört.“ Auch er plädiert daher für Warnbaken oder dafür, eine Leitplanke zum Schutz aufzustellen.

Die meisten können laut Anwohner Vähling ihre Fahrt fortsetzen, sobald sie aus dem Graben gezogen wurden. „Es sind auch Einheimische, die hier reinrutschen“, sagt er. Die Polizei sei bislang nur bei wenigen Unfällen vor Ort gewesen. Warum die Autos in den Graben rutschen, hat für ihn einen klaren Grund: „Die Autofahrer müssen weit ausholen, wenn sie nach links in die Beverner Straße abbiegen und dort ein weiterer Linksabbieger steht.“ Den Graben würden sie bei Dunkelheit oder schlechter Sicht nicht erkennen. „Viele retten sich dann noch über den Radweg“, sagt Vähling und zeigt auf die Reifenspuren. Die Polizei habe er bereits auf die gefährliche Stelle hingewiesen. „Es ist bislang aber nichts passiert“, sagt der Hemdinger.

Polizei: Kreis ist informiert worden

Das soll sich laut Polizeisprecherin Sandra Mohr bald ändern: Der Kreis Pinneberg sei von der Polizeistation Barmstedt über häufige Unfälle an der Einmündung informiert worden, berichtete sie auf Anfrage dieser Zeitung. „Der Kreis sicherte eine Überprüfung und Unfallminimierung vor Ort zu“, sagte Mohr. Nach Auffassung von Barmstedts Polizeichef Peter Kroll würden Maßnahmen, die helfen, Unfälle zu vermeiden, dort Sinn machen. „Wir stellen fest, dass sich an dieser Örtlichkeit häufig Autofahrer verschätzen, was sicher einen Grund hat“, sagte er. Möglich ist es laut Mohr zum Beispiel, die Einmündung künftig auszuleuchten.

Nach den Erkenntnissen der Polizei gab es im Bereich L195/K10 im Jahr 2014 insgesamt vier Unfälle, und am 6. Januar sowie am 8. Januar zwei weitere. Ursache für die Unfälle sei fast immer ein „Fehler beim Abbiegen“ gewesen, so die Polizeisprecherin. Ob weitere – nicht angezeigte Unfälle – dort passiert sind, könne von Polizeiseite aus nicht gesagt werden. „Es kann aber nicht bestätigt werden, dass es mit der Baustelle auf der L110 und der möglichen Ausweichstrecke zusammenhängt. Drei Unfälle aus 2014 haben sich vor dieser Zeit ereignet“, so Mohr.

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