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THW in Barmstedt : Der Bund stockt die Mittel auf

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ab 2016 erhält das Technische Hilfswerk in Barmstedt jährlich 5000 Euro mehr. THW-Präsident informiert sich vor Ort.

Barmstedt | Das Barmstedter THW bekommt mehr Geld – und einen neuen Jugendraum. Das haben THW-Präsident Albrecht Broemme und der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann gestern bei ihrem Besuch der Hilfsorganisation mitgeteilt. „Das Jahresbudget für den Ortsverband wird von 15.000 auf 20.000 Euro aufgestockt“, berichtete Rossmann. Möglich sei das, weil der Bund die Mittel für die ehrenamtlichen THW-Helfer insgesamt um acht Millionen Euro erhöhe. Die 5000 Euro, die auf Barmstedt entfallen, könnten unter anderem genutzt werden, um den Lohnersatz für hochqualifizierte Helfer zu finanzieren, so Rossmann. Ein stets steigender Posten seien zudem die Benzinkosten, sagte Pressesprecher Sven Lücke.

Weiteres Geld erhält der Ortsverband für den Bau eines neuen Jugendraums. Für 120.000 Euro soll das Dachgeschoss ausgebaut, mit Fenstern versehen und von Asbest befreit werden. „Der eigentliche Ausbau kostet 64.000 Euro“, sagte Ortsverbandschef Stefan Schrade. Dass noch Asbest beseitigt werden müsse, habe sich erst bei der näheren Untersuchung gezeigt. „Da hatten wir schon befürchtet, dass wir das Vorhaben erstmal aufgeben müssen.“ Dass es doch klappe, sei „sehr erfreulich“. Das fand auch Rossmann: „Es gehört sich einfach nicht, eine Jugendgruppe in der Nähe von Asbest unterzubringen“, sagte er.

Anfang 2016 sollen die Arbeiten – zum Teil in Eigenregie – beginnen, sagte Schrade. Wenn alles so laufe wie geplant, soll der 45 Quadratmeter große Raum im Sommer fertig sein. Rossmann betonte, die Entscheidung, das Vorhaben zu fördern, sei unabhängig von der Flüchtlingsfrage entschieden worden. Die das Barmstedter THW ebenfalls stark beschäftigt: Die Logistikgruppe wird für die Versorgung in Erstaufnahmeeinrichtungen eingesetzt. „Wir werden in diesem Jahr etwa 100.000 Essen ausgegeben und 25.000 Arbeitsstunden geleistet haben“, sagte Schrade. Bislang waren die Helfer aus Barmstedt in Seeth, Neumünster, Rendsburg, Kellinghusen und Putlos im Einsatz. „Seit Juni geht das ununterbrochen, und ein Ende ist nicht abzusehen“, sagte Schrade. Die Barmstedter seien nicht nur als Köche, sondern auch als Berater gefragt. „Sie wissen, wie man eine Versorgung in kurzer Zeit von 2000 auf 3000 Personen aufstocken kann“, so Schrade.

Beim Aufbau von Flüchtlingslagern blicke das THW auf jahrzehntelange Erfahrung im Ausland zurück, sagte Broemme. „In Jordanien haben wir zum Beispiel innerhalb weniger Monate eine Zeltstadt für 140.000 Menschen errichtet.“ Zurzeit sei das THW noch im Nordirak aktiv. „Es gibt in der Welt viel zu tun, aber in Deutschland im Moment auch!“ Bezogen auf die Einwohnerzahl, lebten in Deutschland zurzeit allerdings weniger als zwei Prozent Flüchtlinge. „Im Libanon sind es 50 Prozent.“ Das sei zwar „nicht ganz vergleichbar“, räumte er ein. „Aber dennoch sehe ich das Thema deutlich entspannter als manch’ Bürgermeister.“ Wichtig sei jedoch, „dass wir das jetzt ordentlich machen, damit wir auch in Zukunft klarkommen“.

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erstellt am 08.Dez.2015 | 11:46 Uhr

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