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Barmstedter Zeitung

15. Dezember 2017 | 17:38 Uhr

Bevern : Den Umweltsündern auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Seit 2012 haben Unbekannte entlang der Landesstraßen 110 und 195 nahe Bevern etwa 200 Altreifen entsorgt. Die Polizei beobachtet den Bereich.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2014 | 12:51 Uhr

Sie kamen in der Nacht: Unbekannte haben in der Nacht vom 19. auf den 20. September an der Landesstraße 195 (L 195) bei Bevern 80 Altreifen entsorgt (diese Zeitung berichtete). Laut Polizei nicht das erste Mal: Insgesamt sind seit 2012 mehr als 200 Altreifen im Bereich der Gemeinde gefunden worden. Einen Tatverdächtigen gibt es noch nicht. Die Polizei beobachtet den betroffenen Bereich in Bevern.

Der letzte Fall ist erst zwei Wochen her: Am Rand der Landesstraße 195 (Hemdinger Weg), etwa 100 Meter hinter einem Parkplatz, waren 80 alte, auf der Lauffläche mit gelber Kreide markierte Autoreifen gefunden worden. Wie Sandra Mohr (Foto) von der Pressestelle der Polizeidirektion Bad Segeberg mitteilte, seien seit 2012 insgesamt drei- bis viermal jeweils eine Menge von etwa 50 Altreifen im Bereich des Amts Rantzau entdeckt worden – und zwar durch aufmerksame Bürger. Die Tatorte lagen – bis auf den letzten Fall – an der Landesstraße 110, die derzeit für den Verkehr gesperrt ist. Grund sind die Bauarbeiten zwischen Bevern und Ellerhoop. Der Verkehr wird derzeit über die L 195 umgeleitet.

Die Altreifen wurden zur Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung (GAB) beziehungsweise zum Schrotthändler gebracht. Die Höhe des finanziellen Schadens lässt sich nur schwer ermitteln. Die Entsorgung bei der GAB kostet vier Euro pro Stück oder – je 1000 Kilogramm Reifen – 145 Euro plus Mehrwertsteuer.

Der Grund, Reifen am Straßenrand zu entsorgen, ist laut Mohr, die Entsorgungskosten zu sparen. Die Polizei beobachte den betroffenen Bereich in Bevern im Rahmen der Streife. „Hinweise auf die Täter sind bislang nicht eingegangen“, sagte sie.

Wie der Leiter des Ermittlungsdienstes Umwelt und Verkehr, Hauptkommissar Markus Zierke, auf Anfrage mitteilte, sind im Zeitraum 2012/2013 im Kreis Pinneberg verstärkt Altreifen illegal entsorgt worden. Die Art und Weise, wie das geschehen sei und welche Mengen dabei im Spiel waren, würden den Verdacht nahe legen, dass es sich in allen Fällen um denselben Täter handle. „Einen Verdacht gibt es aber noch nicht.“

Der Müll, der im Kreis Pinneberg illegal entsorgt wird, beträgt laut Zierke mehrere hundert Tonnen jährlich und umfasst die gesamte Palette vom Sperrmüll bis zum Elektroschrott. Oft sei es – außer finanziellen Gründen – die Bequemlichkeit, die Bürger zu Umweltfrevlern werden lasse.

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