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Barmstedter Zeitung

18. Oktober 2017 | 13:33 Uhr

Bevern : Den Nachwuchs immer im Auge

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Peter Heydorn produziert in seiner Baumschule in Bevern Jungpflanzen, Sträucher und Hecken. Die Firma ist anerkannter Ausbildungsbetrieb.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 16:59 Uhr

Rund 960 landwirtschaftliche Betriebe gibt es im Kreis Pinneberg. In unregelmäßigen Abständen stellt die Barmstedter Zeitung Höfe und Baumschulen in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen sowie der Stadt Barmstedt vor. Im achten Serienteil berichtet Peter Heydorn aus Bevern, wie der Alltag in seiner Baumschule aussieht – und welche Bedeutung seine Großfamilie für ihn hat.

Der Tag beginnt früh für Peter Heydorn (66), Eigentümer der Heydorn Baumschulen in Bevern. Bereits mit dem ersten Hahnenschrei gegen 5.50 Uhr ist es mit seiner Nachtruhe vorbei. Dann steht er auf, frühstückt und begibt sich in sein Büro, das sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite in einem größeren Gebäudekomplex befindet. „Als erstes stimme ich mich mit meinem Sohn Jan-Hinrich ab, was zu erledigen ist“, sagt der Betriebsleiter. „Ich bin unter anderem für die Bereiche Einkauf und Verkauf verantwortlich.“

Vor 40 Jahren die Leitung übernommen

Der gelernte Baumschuler, der mit 24 Jahren den Meisterbrief erwarb und 1974 die Leitung des Betriebes aus den Händen seines Vaters Heinrich übernahm, ist seinem Beruf leidenschaftlich verbunden „Er ist spannend, attraktiv und abwechslungsreich“, sagt Heydorn. „Außerdem produzieren wir das umweltfreundlichste Produkt – ein Produkt, mit dem wir Menschen vorbehaltlos Freude bereiten.“

Für die Zukunft wünscht sich der 66-Jährige, dass sein Sohn mit den erschwerten Rahmenbedingungen, die für Baumschulbetriebe gelten, gut fertig wird. „Besser wäre es allerdings, die Bedingungen würden sich bessern“, fügt er hinzu. Ein weiterer Wunsch bezieht sich auf die Familie: Sie möge weiterhin so zusammenhalten wie bisher.

Außer in seinem Betrieb engagiert sich Heydorn zudem in seinem Berufsverband sowie beim Rotary Club Quickborn. Ein besonderes Projekt, das er bei den Rotariern betreibt, ist eine Baumpflanzaktion. „Jährlich pflanze ich gemeinsam mit Schülern der Comenius-Schule den ,Baum des Jahres‘ am Freizeit-See in Quickborn. Wir schaffen dort einen Baum-Lehrpfad.“ Zu Heydorns Hobbys zählt die Gestaltung seines eigenen Gartens und die Jagd: Diese wolle er vielleicht in Zukunft ein wenig ausbauen. Ehefrau Karin ergänzt, dass ihr Mann auch souverän mit dem Computer umgehe; außerdem drehe und bearbeite er gern eigene Filme. Große Bedeutung hat für den Vater von sieben Kindern die Familie. Ein jährlicher gemeinsamer Ausflug, auf dem kaum jemand fehlt, ergänzt die vielen Familientreffen während des Jahres.

Der Familienbetrieb wurde 1929 gegründet

Gegründet wurde der Betrieb im Jahr 1929 von Heinrich Heydorn in Elmshorn. Schwerpunkt war anfangs vorwiegend die Aufzucht von Jungpflanzen sowie Gartengestaltung und Gartenpflege im Nebenerwerb. Ab 1945 firmierte der Betrieb als Baumschule. Kultiviert wurden Rosen, Sträucher und Koniferen sowie Jungpflanzen zum Weiterverkauf. Ein Vierteljahrhundert später baute Sohn Peter die Containerkultur auf. Die Jungpflanzenkultur beschränkte sich fortan auf den Eigenbedarf, die Rosenzucht wurde eingestellt. 1975 siedelte der Betrieb nach Bevern um.

Aktuell umfasst die Betriebsfläche etwa 30 Hektar. Neun fest angestellte Mitarbeiter, zwei Auszubildende inbegriffen und drei langjährige polnische Arbeitskräfte arbeiten bei Heydorn. Die anerkannte Markenbaumschule produziert Sträucher, Heckenpflanzen, Bodendecker und Jungpflanzen für den europäischen Großhandel. Heydorn passt sich dabei den Kundenwünschen speziell an. Vier Hektar Containerproduktion und 25 Hektar Freilandfläche stehen für die Produktion der breiten Palette an Gehölzen zur Verfügung. 2500 Quadratmeter Verladeplatz ermöglichen den Transport. Moderne Gehölzproduktion benötigt eine speziell angepasste Technik. Viele Maschinen bei Heydorn stammen aus eigener Entwicklung und Fertigung.

Auch um den Nachwuchs kümmert sich Heydorn: „Wir sind seit 1974 anerkannter Ausbildungsbetrieb“, so der Beverner. „Bislang haben wir mehr als 50 junge Menschen ausgebildet – etliche mit hervorragenden Ergebnissen.“ Wer gern draußen in der Natur arbeite und Interesse an der Umwelt habe, für den biete die Ausbildung zum Baumschulgärtner, die auch Heydorn absolviert hat, eine spannende Tätigkeit. Zu den Aufgaben eines Gärtners der Fachrichtung Baumschule gehören unter anderem das Vermehren von Gehölzen, wie das Veredeln sowie die Steuerung und die Kontrolle des Wachstums der Gehölze ebenso wie eine sorgfältige Dokumentation. Die duale Ausbildung dauert regulär drei Jahre; bei entsprechendem Schulabschluss oder Vorbildung kann man auf zwei Jahre verkürzen. Schulische Voraussetzung ist ein Hauptschulabschluss.

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