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Honigernte in Barmstedt : „Den Bienen fehlen Blumen“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Barmstedter Imker verzeichneten in diesem Sommer unterschiedliche Erträge.

Aus Sicht der meisten Deutschen dürfte der Sommer in diesem Jahr kein richtiger Sommer gewesen sein: Es regnete zu viel und war zu selten sonnig. Doch wie sah der Sommer aus Sicht der Bienen aus? „Wir haben eine schlechte Sommerernte“, sagen die Barmstedter Imker Rainer und Elke Mletzeck, die 22 Bienenstämme haben. Für die Bienen komme es auf das Wetter und den Standort an.

In den Linden in Barmstedt und Lutzhorn habe es Ende Mai „toll gesummt“, bis Starkregen den Nektar aus den Blüten ausgewaschen habe, sagte Elke Mletzeck. „Bienen sind blütentreu und gehen ungern an andere Blüten“, erklärte sie – also habe es wenig Lindenblütenhonig gegeben. Im Frühjahr seien die Akazien verfroren – also gab es auch wenig Akazienhonig. „Dazu kommt, dass wir etwa vier Wochen, bevor das giftige Jakobskreuzkraut im Juli/August in Vollblüte steht, den Honig schleudern, damit nichts davon im Honig vorkommt“, so Mletzeck.

„In diesem Jahr war für die Bienen eine kurze Erntezeit im Mai, danach war kaum noch Sommer“, sagte Rainer Mletzeck, der zweiter Stellvertreter im Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker ist. Im Mai hätten die Bienen fleißig Nektar von Rapsblüten sammeln können. Die Ernte von Apfel- und Kirschblüten sei wegen der Spätfröste nicht gut gewesen. Positiv findet Mletzeck das Umdenken vieler Menschen, die bienenfreundliche Blumen in Gärten und auf Balkonen haben. „Bienen sind wichtig auch für die Gärten, damit Blumen und Obstbäume bestäubt werden können“, betonte er. Ohne Bienen gäbe es keine Blumen, kein Obst und kein Gemüse. Die Blumen sollten allerdings nicht gefüllt sein, da Bienen mit ihrem kurzen Rüssel sonst nicht an den Nektar kommen.

Im Wald gebe es Stilllegungsflächen mit bienenfreundlichen Pflanzen, und viele Landwirte hätten wieder Randstreifen mit Ackerwildkräutern angelegt, sagte Mletzeck. Ärgerlich sei das frühe und häufige Mulchen von Straßen- und Grabenrändern. „Blühender Klee oder Wildblumen für die Bienen sind dann weg, aber auch Kleintiere wie Frösche und Insekten werden vernichtet“, sagte Mletzeck. Begrüßenswert sei, wenn beim Mulchen etwa zehn Zentimeter Wildwuchs stehengelassen werde.

Imker Heinrich Beck aus Barmstedt, der mit seiner Familie 60 Bienenvölker hat, kann sich über die diesjährige Honigernte nicht beklagen. Allerdings: „Den Bienen fehlen Blumen. In Barmstedts Umgebung gibt es keine landwirtschaftlichen Felder mit Blumenrändern wie Korn-blumen oder Klatschmohn“, stellt er fest. Imker Hermann Bornholdt aus Barmstedt hatte ebenfalls eine gute Honigernte. „Ich informiere mich stets genau über die Wetterlagen“, sagte er, der seine Bienen gerade aus der Heide geholt hat. Der etwas zähflüssige Heidehonig sei bestens.

Seine Frühtracht mit Raps und Obst brachte auch Erfolg. „Man muss flexibel sein und bestimmte Stellen anfahren“, so Bornholdt. In der Marsch, die nur grün sei, habe es keinen Sinn. Die Landwirte hätten aber zunehmend erkannt, dass ihre Raps- und Obsternte von Bienen profitieren. „Sie freuen sich, wenn wir die Bienen bei ihnen abstellen“, so der Barmstedter Imker. Jede Honigernte sei für ihn nach wie vor ein Wunder, bekannte er und betonte: „Honig vom Imker beinhaltet entweder gar kein oder nur wenig Wasser.“

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