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Bilanz der Einwohnerversammlung : Den Barmstedtern ist ihr Freibad heilig

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Erhalt des Strandbads ist den Einwohnern am wichtigsten. Ein anderer Vorschlag: Leerstehende Läden an Internet-Firmen vermieten.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2014 | 10:41 Uhr

Barmstedt | Ein sauberer Badesee. Weniger Schulden. Und eine Verwaltungsgemeinschaft mit dem Amt Rantzau: Das ist es, was sich die Barmstedter für die nächsten Jahre am meisten wünschen. Zumindest diejenigen, die am Dienstagabend zur Einwohnerversammlung in der Kommunalen Halle erschienen waren. Viele waren es nicht, wie Bürgervorsteher Christian Kahns (FWB) anmerkte. „Ich bin etwas enttäuscht“, sagte er mit Blick auf die nur etwa 30 Besucher. Die Diskussion über die von den Parteien vorgeschlagenen politischen Ziele bis 2018 verlief dennoch recht rege.

Der Barmstedter Guido Neumann sprach den Leerstand in der Innenstadt an. „Das wird ja in absehbarer Zeit noch mehr“, sagte er und schlug vor, freie Ladenflächen für die Ansiedlung von Internet-Unternehmen zu nutzen. „Die brauchen nicht viel Platz und haben hier sogar Breitbandanschluss.“ Die Firmen mit niedriger Miete zu locken, wie er weiter vorschlug, sei allerdings Sache der Eigentümer, sagte Kahns. „Darauf haben wir als Stadt keinen Einfluss.“ Was Neumann – der sich im Barmstedter Stadtmarketing engagiert – anders sieht. „Wenn alle Beteiligten sich zusammensetzen, lässt sich da bestimmt etwas machen.“

Wehrführer Uwe Schinkel lag die Feuerwache am Herzen. „Wie sieht es denn damit aus?“, wollte er wissen. Die SPD habe in ihrem Wahlprogramm einen Neubau, die FWB eine Sanierung versprochen. Das sei noch unklar, erwiderte Kahns. „Für beides brauchen wir Geld. Und für einen Neubau bräuchten wir außerdem eine geeignete Fläche.“ Die Feuerwache an der Marktstraße ist 41 Jahre alt.

Das Ziel, die Bürger stärker an den Entscheidungen zu beteiligen, scheitere teilweise an der Realität, sagte die ehemalige Sozialausschussvorsitzende Margit Schappe-Brabandt (SPD). „Wir haben uns zehn Jahre lang bemüht, ein Jugendforum einzurichten. Aber es ist ganz schwer, Bürger und Jugendliche zu motivieren, sich ehrenamtlich zu engagieren.“ Stadtvertreter Claus-Peter Jessen (Grüne) hielt dagegen. „In Ellerau und Klein Nordende funktionieren Bürgerforen.“ In Barmstedt böte sich dafür unter anderem die Erarbeitung eines Radwege- und Verkehrskonzepts an.

Zur Verwaltungsgemeinschaft mit dem Amt Rantzau erklärte Kahns, die Stadt bemühe sich seit zwei Jahren darum. „Aber es gibt noch einige Hürden. Das wird sicher nicht kurzfristig was.“ Um die Schulden zu reduzieren, werde die Verwaltungsstruktur überarbeitet. Das gleiche solle für die Stadtwerke und ihre Gesellschaften geschehen, sagte Kahns. Zudem werde ein Arbeitskreis Einspar- und Einnahmemöglichkeiten prüfen.

An einer Lösung für das Strandbad – das im Sommer wegen Algenbelastung häufig geschlossen werden muss – werde gearbeitet, sagte Kahns. Es sei jedenfalls nicht richtig, dass Düngemittelrückstände aus der Krückau den See belasteten. „Die wird daran vorbeigeleitet.“

Die überarbeiteten Ziele werden der Stadtvertretung vorgelegt, die sie am 7. Oktober offiziell beschließen soll.

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