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Barmstedter Zeitung

22. Oktober 2017 | 22:09 Uhr

Barmstedt : Dem See auf den Zahn gefühlt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Mitarbeiter des Kreises nehmen regelmäßig Wasserproben am Rantzauer See - doch trotz Top-Ergebnisse bleibt das Bad zu.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Barmstedt | Wathose und und Gummistiefel sind seine Arbeitskleidung: Langsam stapft Robert Flick durch die Fluten des Rantzauer Sees und nähert sich dem Ende des Nichtschwimmerbereichs. Am Seil angekommen, füllt der Mitarbeiter des Kreises Pinneberg zuerst ein Fläschchen mit Wasser, bevor er eine weiße Scheibe samt Gewicht in den Fluten versenkt, um die Sichttiefe zu prüfen. Nur von einem Tretboot aus beobachten einige neugierige Zuschauer die Szene. Die Kanadagänse haben sich zu diesem Zeitpunkt längst aus dem Staub gemacht.

Flick arbeitet für den Fachdienst Umwelt, der die offiziellen Badestellen im Kreis Pinneberg regelmäßig überprüft (diese Zeitung berichtete). Gestern war er wieder am Rantzauer See im Einsatz. Die Ergebnisse werden in einigen Tagen im Internet bekannt gegeben (siehe Info-Kasten). Das Strandbad hatte er dabei für sich alleine. Laut Stadtwerke-Leiter Fred Freyermuth sei das Bad seit Sonntag wegen eines Blaualgen-Teppichs am Sandstrand wieder geschlossen.

„Es gibt Anweisungen von der Europäischen Union, wie das genau abzulaufen hat“, sagt Flick über seine Untersuchungen. Einen 30-Tages-Rhytmus dürfe er dabei nicht überschreiten. Zuerst füllte er ein Fläschchen mit 250 Milliliter Seewasser, das unter mikrobiologischen Aspekten untersucht wird. „Das Wasser wird auf Escherichia Coli und Intestinale Enterokokken überprüft“, so der Mitarbeiter des Kreises – beides Anzeiger für fäkale Verunreinigungen. Eine weitere Wasserprobe ist für eine chemische Kurzanalyse bestimmt, bei der unter anderem der Nitratwert überprüft wird. „Die Untersuchungen werden am Universitäts-Klinikum Kiel durchgeführt“, so Flick. Mit einem ph-Wert von 9,1 sei das Wasser leicht basisch. Die Wassertemperatur betrug gestern 24 Grad, die Sichttiefe etwa 70 Zentimeter. Auch auf den Algenteppich warf Flick einen Blick: „Das sind Cyanobakterien, die gibt es in blau, grün oder auch rot.“ Allerdings untersucht der Kreis das Wasser nicht auf Blaualgen – die Halbwertszeit ist zu kurz.

Die Stadtwerke entscheiden laut Freyermuth von Tag zu Tag, ob sie im Hinblick auf die Blaualgen das Strandbad öffnen. „Die Algen-Entwicklung ist spontan“, so der Stadtwerke-Leiter. Gäste seien verärgert, wenn das Bad geschlossen habe, auch die Mitarbeiter-Planung sei schwierig, sagt er zur Situation. Von der eigenen Homepage habe man die Hinweise zum Strandbad ebenfalls herunter genommen. „Es ändert sich einfach zu schnell“, so Freyermuth.

Die Kanadagänse und ihre Hinterlassenschaften seien nicht nur für den See eine Belastung: „Wir machen täglich sauber“, so Freyermuth. Trotzdem müsse der Gänsekot Schubkarrenweise vom Strand weggebracht werden. Auch Rutsche und Ponton würden täglich geschrubbt werden. „Das ist eine Sisyphos-Arbeit und eine Belastung für Gäste und Mitarbeiter“, sagt Freyermuth.

Ergebnisse der Juli-Untersuchung: Die Ergebnisse der Proben, die am 14. Juli gezogen worden sind, sind auf der Internet-Seite des Kreises veröffentlicht worden. Demnach seien die Wasserqualität sehr gut, alle Richtwerte werden unterschritten.  Auch bei den Proben vom 16. Juni seien die Grenzwerte der Badegewässer-Verordnung eingehalten worden, hatte Stadtwerke-Leiter Fred Freyermuth vor Kurzem mitgeteilt. Allerdings sei unter anderem der Nitratwert deutlich erhöht gewesen. Für den Menschen stelle das keine Gefahr da, Nitrat fördere aber das Pflanzenwachstum.
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