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Volksbank-Schließung in Hörnerkirchen : „Das war schon sehr überraschend“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Politik und Einwohner des Amtsbezirks Hörnerkirchen von Filial-Schließung überrumpelt. Der Geldautomat soll bleiben.

Brande Hörnerkirchen | Erst im Februar 2015 hatte die Volksbank Pinneberg-Elmshorn ihre neuen Räumlichkeiten an der Bahnhofstraße in Hörnerkirchen eingeweiht. Nun, nicht einmal zwei Jahre später, steht fest, dass die Bank Ende März kommenden Jahres ihre Filiale in Hörnerkirchen wieder schließen wird. Bleiben werden wohl nur ein Bankautomat und der SB-Bereich.

Das Aus der Volksbank in Hörnerkirchen trifft Politik und Bewohner im Amtsbezirk völlig unvorbereitet. „Das war schon sehr überraschend“, sagt Brande-Hörnerkirchens Bürgermeister Siegfried Winter. Er habe erst kurz vor der jüngsten Amtsausschuss-Sitzung von den Rückzugsplänen der Bank erfahren.

Im Februar 2015 war der neue Filialstandort noch im großen Rahmen eingeweiht worden. 40 Gäste schauten vorbei, und die Volksbank sprach von rund 400.000 Euro, die sie in die neuen, 130 Quadratmeter großen Räumlichkeiten investiert habe. Zuvor hatte die Bank ihren Standort am Marktplatz. Doch dann gab die Sparkasse Südholstein im Jahr 2013 bekannt, dass sie ihre Filiale in Hörnerkirchen schließen wolle – und die Volksbank zog in das ehemalige Sparkassen-Gebäude an der Hauptstraße um.

Mit der Volksbank verliert das Amt Hörnerkirchen nun sein letztes verbliebenes Geldinstitut. „Die Bank hat wohl seit dem Umzug nur 96 neue Kunden hier gewonnen“, sagt Winter. Die Zahlen hätten ihm die Volksbank-Vertreter genannt. Zu wenig in Zeiten minimaler Zinsen. „Ich habe schon Verständnis für den Schritt, auch wenn ich ihn sehr bedaure“, betont der Bürgermeister.

Die rund 4500 Einwohner des Amtes müssen demnächst auf die Nachbarstädte ausweichen, wenn sie Auge in Auge mit einem Bankmitarbeiter sprechen wollen. „Die nächste Volksbank befindet sich in Barmstedt“, sagt Amtsvorsteher Bernd Reimers. Das sind fast zehn Kilometer Entfernung, und so droht ein Bankbesuch vor allem für ältere Menschen künftig zu einem Tagesausflug zu werden.

Doch noch will Winter nicht aufgeben. „Ich könnte mir vorstellen, dass die Volksbank zumindest für einen Tag pro Woche hier öffnet.“ Der Mietvertrag für das Gebäude sei ohnehin auf zehn Jahre geschlossen worden. Dass ein neues Geldinstitut nach Hörnerkirchen kommen könnte, halten sowohl Winter als auch Reimers für illusorisch. Schlimmstenfalls könnten im Norden des Kreises bald gar keine Geldgeschäfte mehr getätigt werden. Die Sparkasse hat schon jetzt keinen Geldautomaten mehr vor Ort. Und wie lange der Automat der Volksbank erhalten bleibt, stehe in den Sternen.
 

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