Barmstedt : Das Seniorenheim wirbt um Spenden

Im Beisein mehrerer Bewohner überreichte Jo-Anna Grunst, Kundenberaterin der Volksbank in Barmstedt (v. r.) Senior-Trainer Rudolf Steckmest und Seniorenheim-Geschäftsführer Christoph Merker die Liederbücher.
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Im Beisein mehrerer Bewohner überreichte Jo-Anna Grunst, Kundenberaterin der Volksbank in Barmstedt (v. r.) Senior-Trainer Rudolf Steckmest und Seniorenheim-Geschäftsführer Christoph Merker die Liederbücher.

Die Einrichtung will neuen Stehlifter über eine Spendenplattform finanzieren. Kosten: 2150 Euro. Volksbank stiftet Liederbücher.

shz.de von
21. Juli 2015, 10:00 Uhr

Barmstedt | Das defizitäre Seniorenheim Barmstedt/ Rantzau geht bei der Finanzierung zusätzlicher Ausstattung neue Wege: Um einen 2150 Euro teuren Stehlifter anschaffen zu können, will Geschäftsführer Christoph Merker die Spendenplattform „Wir bewegen.SH“ nutzen. Das Portal bietet Organisationen und Betrieben die Möglichkeit, Gelder für unterschiedliche Projekte – viele davon gemeinnützig oder mildtätig – zu sammeln. „Es handelt sich um eine Art Schwarmfinanzierung“, so Merker.

Vor einigen Wochen habe er in der Barmstedter Zeitung einen Bericht über die Spendenplattform gelesen, so Merker. „Das hat mich neugierig gemacht, denn wir möchten gern einen Stehlifter anschaffen.“ Er bewarb sich – mit Erfolg: Seit kurzem ist das Projekt „Stehlifter für bewegungseingeschränkte Senioren“ auf der Seite zu finden. „Wir hoffen, auf diesem Wege den benötigten Betrag zusammenzubekommen“, so Merker.

Bis vor kurzem habe das Seniorenheim – das Platz für 91 Bewohner hat – über zwei Stehlifter verfügt, so Merker. „Doch einer davon ist laut Aussage unseres Fachtechnikers inzwischen ein wirtschaftlicher Totalschaden – die Reparatur rentiert sich nicht mehr. Daher wird ein Ersatz nötig.“ Mit zunehmendem Alter falle vielen das Aufstehen schwer, erklärt Merker. „In den Armen fehlt ihnen die Kraft, um sich hochzustemmen oder um sich an etwas hochzuziehen. Sie sind ein wenig wackelig auf den Beinen, und auch die Beweglichkeit der Hüfte ist oft eingeschränkt.“ Mit Hilfe eines Stehlifters könnten die Mitarbeiter die Bewohner „sicher und leicht bewegen, und sie können sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der Bewegung beteiligen“. Dadurch werde ein Grundsatz der „aktivierenden Pflege“ gewahrt. Der Lifter fördere daher das Selbstbewusstsein, weil der Benutzer „aktiv mitarbeite“, so Merker. Darüber hinaus entlaste der leicht zu bedienende Lifter die Pflegekräfte beim Heben, Bewegen und Tragen.

Mit einer anderen Spende hat die Volksbank Pinneberg-Elmshorn das Seniorenheim erfreut: Kundenberaterin Jo-Anna Grunst überreichte Merker einen Scheck über 500 Euro. „Damit haben wir 50 Liederbücher gekauft“, so der Geschäftsführer. „Sie kommen immer freitags zum Einsatz, wenn ein Senior-Trainer mit den Bewohnern singt und ihnen Geschichten vorliest.“ Für den musikalischen Teil hätten Liederbücher mit großer Schrift gefehlt.

An der Spendenübergabe mit Senior-Trainer Rudolf Steckmest nahmen viele Bewohner teil, die die neuen Bücher gleich mit viel Freude genutzt hätten, berichtete Merker. Grunst war erstaunt, „als Herr Merker erzählte, dass die altdeutschen Lieder den Bewohnern viel Freude bereiten und Erinnerungen an ihre Kindheit wecken“.

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