zur Navigation springen

Barmstedt : Das Ministerium warnt vor der Staupe

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Land: Hundehalter sollten wachsam sein. Die Krankheit ist auch bei Füchsen im Kreis Steinburg nachgewiesen worden.

Barmstedt | Jahrelang waren keine Fälle bekannt, jetzt ist sie wieder aufgetreten: bei fünf toten oder verhaltensauffälligen Füchsen, die aus dem südlichen Schleswig-Holstein stammen, hat das Land in den vergangenen Monaten eine Staupeinfektion nachgewiesen. Auch in Barmstedt sind die Jäger gewarnt: „Aus der Umgebung sind uns zwar noch keine Fälle bekannt, aber im Steinburger Bereich ist die Krankheit schon aufgetreten“, sagte Kreisjägermeister Wolfgang Heins.

Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die bei Hunden, Füchsen, Waschbären, Mardern, Wieseln und anderen Wildtieren auftritt. Die Symptome können einer Tollwut ähneln. Die häufigsten sind  Durchfall, Husten, Krämpfe, Lähmungserscheinungen sowie apathisches Verhalten. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs sterben zwischen 30 und 80 Prozent der infizierten Tiere. Für Menschen ist die Staupe ungefährlich.

Da Staupe eine „ernstzunehmende Krankheit“ sei, rate er Hundebesitzern, ihre Tiere „vernünftig impfen zu lassen“, sagte Heins. „Dann kann nichts passieren.“ Ein direkter Kontakt zwischen einem Hund und einem mit Staupe infizierten Fuchs sei nicht notwendig, damit die Krankheit übertragen werde, erklärte er: „Das kann auch über den Kot oder Urin des Fuchses passieren – da reicht schon das Schnüffeln.“

Das Landesministerium für  Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (Melur) bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung, dass aus dem Bereich Pinneberg bisher keine Nachweise für Staupe vorlägen. Es seien jedoch unlängst weitere Nachweise bei toten Füchsen im Kreis Herzogtum-Lauenburg erfolgt, so Sprecherin Nadejda Krutisch. Es könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass Staupe auch in anderen Landesteilen auftrete, heißt es in einer Pressemitteilung, die das Melur im Januar herausgegeben hat.

Die Zunahme der Fälle – die bei Füchsen zuletzt 2009 nachgewiesen worden waren – liege auch an der Impfmüdigkeit von Hundehaltern und dem Kauf infizierter Vierbeiner aus dem Ausland, so das Melur. Dass das Virus vor allem über Füchse übertragen werde, liege daran, dass sie sich häufig in der Nähe von Siedlungen aufhielten. „Daher können sich Hunde auch in ihrer näheren Umgebung infizieren“, schreibt das Melur. Wer einen kranken oder toten Fuchs findet, sollte ihn auf keinen Fall anfassen sowie den Revierinhaber oder einen örtlichen Jäger verständigen, rät das Melur. Um einen lückenlosen Impfschutz zu gewährleisten, sollten Hunde als Welpen und Jungtiere eine Grundimmunisierung erhalten und regelmäßig nachgeimpft werden.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Mär.2016 | 15:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen