Jahreshauptversammlung : Das Lebenswerte von Barmstedt erhalten

Zum Abschied bekam der scheidende Schatzmeister Michael Schulz (rechts) von Heike Schack und Dennis Borchert eine Pflanze geschenkt.
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Zum Abschied bekam der scheidende Schatzmeister Michael Schulz (rechts) von Heike Schack und Dennis Borchert eine Pflanze geschenkt.

Verein Haus und Grund trifft sich in der Kulturschusterei. Vorstand durch Bendix Piepenhagen verjüngt.

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23. März 2018, 16:00 Uhr

Barmstedt | Der Immobilienberater der Bank folgt auf den Steuerberater, der Beisitzer löst den Schatzmeister ab: Gut 65 Mitglieder von Haus und Grund bestimmten Dennis Borchert zum neuen Kassenwart ihres Vereins. Michael Schulz legte das Amt aus privaten Gründen nieder, er wurde von der Vorsitzenden Heike Schack mit einem Geschenk verabschiedet.

Bei ihrer Jahreshauptversammlung am Dienstag wählten die Mitglieder des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins von Barmstedt und Umland e. V., so die offizielle Bezeichnung, ein neues Gesicht in den siebenköpfigen Vorstand ihres Vereins: Der Tischler Bendix Piepenhagen wurde zum neuen Beisitzer. Mit seinen 24 Jahren steht der Handwerker für eine Verjüngung des Gremiums.

„Das Lebenswerte und Charmante dieser Stadt erhalten“, das ist für die Vorsitzende Heike Schack eines der wichtigsten Anliegen ihres Vereins. Bei der Jahreshauptversammlung setzte sie ein Zeichen dafür: Die Mitglieder trafen sich erstmals seit vielen Jahren in Barmstedt, und zwar in der Kulturschusterei. „Viele sind noch nie hier gewesen“, erklärte Schack am Rande der Veranstaltung.

Zweite Neuerung im Ablauf: Nach dem offiziellen Teil der Versammlung gab es einen Kulturteil. Der Barmstedter Popchor „Rhythm & Voices“ sang „Skyfall“ von Adele, Leonard Cohens „Hallelujah“ und andere bekannte Lieder.

Eigentumsquote von 50 Prozent

Aktuell wird auch in Barmstedt die Frage nach der Straßenausbaubeitragssatzung diskutiert. Die besagt, dass Anlieger zahlen müssen, wenn ihre Straße erneuert wird. Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat den Kommunen inzwischen freigestellt, ob sie einen solchen Beitrag erheben oder nicht; in Barmstedt liegt ein Antrag vor, die Satzung zu streichen, erklärte Heike Schack. Die Stadt prüft noch, wo dann das fehlende Geld herkommen soll, aber für Schack ist schon klar: „Diese Satzung ist völlig ungerecht“.
Die Vorsitzende verwies darauf, dass in Barmstedt eine Eigentumsquote von 50 Prozent vorliegt. Andersrum ausgedrückt: Die andere Hälfte der Bevölkerung, also die Mieter, „zahlen nichts für den Ausbau der Straßen“.

Austausch mit den Parteien

Tun sie über ihre Steuergelder, die ebenfalls in den Straßenausbau fließen, natürlich doch, das räumte auch Schack ein. Aber für sie sind Straßen öffentliche Einrichtungen, die wie Schulen, Kitas und Büchereien komplett vom Staat finanziert werden sollen.

In der Versammlung saßen mehrere Stadtvertreter, Haus und Grund tauscht sich regelmäßig mit den Parteien aus. Themen dabei: die Innenstadt beleben und mehr Wohnraum schaffen. Es würden zwar aktuell viele neue Wohnungen gebaut, erklärte Schack nach der Veranstaltung: „aber ob die bezahlbar werden?“

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