Gewerbe in Barmstedt : Das Land lehnt eine Zersiedelung ab

FDP-Bezirksverband Barmstedt-Umland drängt auf schnelle Ausweisung neuer Flächen. Standort an der K18 offenbar chancenlos.

shz.de von
13. Mai 2015, 16:00 Uhr

Barmstedt | Die Stadt Barmstedt soll endlich ein neues Gewerbegebiet ausweisen: Das fordert die örtliche FPD. „Es gibt mehrere Betriebe am Schusterring, darunter ein großer Steuerzahler, die gern erweitern würden, es aber nicht können, weil es keine Flächen gibt und auch nicht abzusehen ist, ob und wann sich das ändert“, so der FDP-Bezirksverbandsvorsitzende Ralph Bockisch. Sollte nicht in absehbarer Zeit ein neues Gewerbegebiet beschlossen werden, „wandern sie ab“, meint er. Ernsthafte Konkurrenten seien etwa die Stadt Norderstedt und das Land Mecklenburg-Vorpommern. „Die sind anders davor.“

Als Standort favorisiere die FDP nach wie vor Flächen an der K18 nahe Lutzhorn, so Bockisch. Es wäre durch die Nähe zur A 23 „und bald auch zur A  20“ gut erreichbar, würde das Verkehrsaufkommen innerhalb Barmstedts „deutlich reduzieren“ und neue Arbeitsplätze schaffen, so die FPD. Doch die Antwort des Landtags auf eine entsprechende Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Christopher Vogt – der deshalb vor Kurzem in Barmstedt war – gibt zur Hoffnung nicht allzu viel Anlass. Zwar steht das Land der Ausweisung weiterer Gewerbeflächen grundsätzlich positiv gegenüber. Aber: „Aus landesplanerischer Sicht kann [...] festgestellt werden, dass mögliche Gewerbeflächen im Bereich Barmstedt (auch an der Kreisstraße K18) die [...] Zielsetzungen des Landesentwicklungsplans nicht bzw. nur bedingt erfüllen“, heißt es in dem Schreiben, und: „Von einer gewerblichen Entwicklung der [...] isoliert im Außenbereich gelegenen Flächen ohne Anbindung an [...] bebaute Ortsteile wurde mit Blick auf negativ berührte Grundsätze der Raumordnung, [...] sowie Prinzipien einer nachhaltigen Stadtentwicklung abgeraten.“ Mit anderen Worten: Das Land würde einem Gewerbegebiet an der K18 wegen der damit verbundenen Zersiedelung nach wie vor nicht zustimmen.

Barmstedt könne zwar in Eigenregie eine Fläche als Gewerbegebiet ausweisen, erklärte Stadtsprecher Wolfgang Heins. „Doch dabei müssen wir die Vorgaben des Landes berücksichtigen.“ Flächen im Osten und Süden der Stadt seien damit bereits ebenso ausgeschlossen wie „völlig siedlungsferne Gebiete“. Laut dem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten müssten weitere Gewerbeflächen „siedlungsnah nördlich des Friedhofs liegen“, so Heins. In Frage kämen Flächen im Bereich der Höllner Landstraße und nördlich des Steinmoorwegs.

Die Idee, dass sich Barmstedt an der Entwicklung überregionaler Gewerbegebiete entlang der A23 beteiligen könnte, sei vom Tisch, sagte Heins. „Darüber haben wir mit dem Kreis gesprochen – und sind durchgefallen.“ Auch das Land sieht es so: „Eine sehr gute Lagegunst zur Autobahn konnte mit Blick auf alternative Potentialflächen im Untersuchungsraum [...] nicht bestätigt werden“, heißt es.

Für die FDP – die nicht in der Stadtvertretung vertreten ist – steht fest: Politik und Verwaltung müssen sich noch in diesem Jahr für eines der möglichen Gewerbegebiete entscheiden. „Es gilt jetzt, unter den verschiedenen Standorten abzuwägen“, so Bockisch. „Dieser Anforderung werden sich die Fraktionen und die Verwaltung stellen, und die daraus resultierende Entscheidung wird eine Prüfung durch Kreis und Land bestehen müssen.“ Nur so werde den Gewerbetreibenden und an einer Erweiterung Interessierten „ein deutliches Signal“ gegeben.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen