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Flüchtlinge in Westerhorn : „Das Haus muss bewohnt werden“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Im Köhler-Hof in Westerhorn sollen bald Flüchtlinge unterkommen. Stadt und Ämter suchen weiterhin Wohnraum.

Im Köhler-Hof in Westerhorn soll wieder Leben einkehren. Seit Juni des vergangenen Jahres steht das Elternhaus von Magret Köhler an der Westerhorner Dorfstraße leer. Das soll sich in wenigen Wochen ändern: Im Zuge der Debatte um fehlende Unterkunftsmöglichkeiten für Flüchtlinge hat die Westerhornerin das Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft Barmstedt-Hörnerkirchen als Unterkunft angeboten. „Die haben sich sehr gefreut und sich das Haus sofort angeschaut“, berichtet Köhler. „Sie fanden den Hof geeignet.“ Mitte Februar könnten laut Heiko Lichy vom Ordnungsamt der Stadt die ersten Flüchtlinge einziehen. Und es werden weiter Wohnungen gesucht – sowohl in der Stadt als auch in den Amtsbezirken Rantzau und Hörnerkirchen.

Donnerstagabend teilte die Verwaltung im Amtsausschuss Hörnerkirchen mit, dass der Köhler-Hof in Westerhorn angemietet worden sei. Magret Köhler ist die Eigentümerin. Das Gebäude hat eine Fläche von 170 Quadratmetern plus Stallungen. „Mir geht es darum, dass hier wieder Leben reinkommt“, sagt sie, während sie durch ihr Elternhaus geht und die einzelnen Räume zeigt. „Dieses Haus ist 110 Jahre alt, es muss bewohnt werden.“ Wenn die ersten Flüchtlinge eingezogen sind, möchte sie ihnen zudem ihre Hilfe anbieten. „Sie können mich gern ansprechen, damit ich ihnen beim Einleben helfen kann.“

Fünf Zimmer und zwei Bäder bietet das Haus laut Köhler. „Die Flüchtlinge haben ein schweres Schicksal hinter sich“, so die Westerhornerin. Deutschland habe auch nach dem Zweiten Weltkrieg viele Flüchtlinge aufgenommen. „Sie leben heute in zweiter und dritter Generation hier“, so Köhler.

Verwaltung dankbar für das Angebot

In der Verwaltung in Barmstedt sei man sehr dankbar für Köhlers Angebot, so Heiko Lichy. „Wir brauchen jeden verfügbaren Wohraum.“ Die Lage des Hofs sei dabei ideal. „Bahnhof und Schulen sind in der Nähe.“ Daher solle versucht werden, in Westerhorn auch Familien unterzubringen.

Eine Anmietung von Wohnraum von Privatpersonen sei günstiger, als wenn Fremdfirmen damit beauftragt werden müssten, so Lichy weiter. Aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen suchen die Stadt und die Ämter derzeit weitere Unterkunftsmöglichkeiten. Wer Wohnraum in Barmstedt oder im Amtsbezirk Hörnerkirchen anbieten möchte, kann sich bei Lichy unter (0  41  23) 6  81  11 melden. Wer Wohnraum im Amtsbezirk Rantzau zur Verfügung stellen kann, meldet sich bei Rainer Schattauer (Amt Rantzau) unter (0  41  23) 68  81  42.

Die Stadt vermittle auch Kontakte, damit Privatpersonen Wohnraum direkt an Flüchtlinge vermieten können. „Die Bereitschaft, an Asylbewerber zu vermieten, trägt zur Integration bei“, so Lichy. Drei Monate dauere es ungefähr, bis die Asylbewerber ihre Aufenthaltserlaubnis hätten. „Der Kontakt wäre dann über die Stadt möglich. Auf diese Art und Weise können auch die Unterkünfte der Gemeinden entlastet werden.“ Lichy weist auch auf die große ehrenamtliche Hilfe für Flüchtlinge in der Region hin. „Es engagieren sich sehr viele Menschen“, sagt er.

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erstellt am 06.Feb.2015 | 16:00 Uhr

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