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Flüchtlinge in Barmstedt : Das Amt sucht weiteren Wohnraum

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Kapazitäten für die Unterbringung von Flüchtlingen im Amtsbezirk Rantzau bald erschöpft / Verwaltung schaut sich weitere Objekte an

Barmstedt | Etwa 30 Personen finden in der Langelner Flüchtlingsunterkunft Platz. Und im Sommer hatte das Amt Rantzau eine Immobilie in Heede erworben, in der derzeit zwei Familien untergebracht sind. Dennoch: Angesichts der aktuellen Flüchtlingszahlen ist das Amt weiter auf der Suche nach Wohnraum. „Die eigenen Kapazitäten in Langeln und Heede sind bald erschöpft“, berichtet Heinz Brandt, der Leitende Verwaltungsbeamte. Daher gebe es weitere Objekte, an denen das Amt derzeit dran sei. Besonders dankbar sind er und Alexander Harms, der beim Amt für die Flüchtlingsbetreuung zuständig ist, für die viele Unterstützung aus der Bevölkerung. „Ohne Ehrenamtliche wäre vieles nicht möglich“, so die beiden.

Zwischen 40 und 45 Asylbewerber seien derzeit in den Unterkünften des Amts Rantzau untergebracht, berichtet Harms. Zumeist seien es Menschen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan. Einige würden auch vom Balkan kommen. Etwa drei Prozent der Flüchtlinge, die dem Kreis Pinneberg zugewiesen werden, muss das Amt unterbringen – im Schnitt etwa drei pro Woche. Der Kreis wiederum bekomme aufgrund seiner Einwohnerzahl elf Prozent der Flüchtlinge zugewiesen, die in Schleswig-Holstein ankommen – obwohl es hier wenig freie Wohnungen gebe. Mit Stand letzter Woche erwartet der Kreis bis zu 2000 weitere Asylbewerber bis Ende des Jahres. Wenn diese Hochrechnung stimme, dann werde die Situation für das Amt immer herausfordernder, so Brandt.

Die Verwaltung sei daher weiter auf der Suche nach Wohnraum. „Wir sind über jedes Angebot dankbar“, sagt Brandt. „Wenn wir Angebote bekommen, schließen wir uns schnell kurz und fahren mit dem Bürgermeister-Gremium raus.“ Habe man Wohnraum gefunden, würde sich das Amt dann um die Ausstattung kümmern. „Wir brauchen Mobiliar, Bettwäsche, Matratzen, aber auch die Küche muss ausgestattet sein“, so Brandt.

Begrenzt werden würden die Wohnkapazitäten des Amts auch aus anderen Gründen. So werde es laut Harms für die Flüchtlinge, die eine Aufenthaltserlaubnis haben, immer schwieriger, eine eigene Wohnung zu finden. „Wir haben nicht mehr die Wegzugsraten“, sagt er. „Die Plätze bleiben besetzt.“ Eine Unterbringung der Flüchtlinge in Gemeindezentren oder Sporthallen sei bisher aber noch nicht ins Auge gefasst worden. „Das ist das allerletzte Mittel, wenn nichts mehr geht“, so Brandt. Im Ernstfall könnte es aber passieren. Um die Situation für die Kommunen etwas zu entschärfen, müsste das Land es schaffen, dass die Flüchtlinge sich länger in den Erstaufnahmeeinrichtungen aufhalten können. Das sei die Meinung während einer Runde von Bürgermeistern und Amtsleitern aus dem Kreis mit Innenminister Stefan Studt Anfang des Monats gewesen, sagt Brandt. „Wir haben dort unsere Sorgen und Nöte weitergegeben. Beim Wohnraum wird es mittlerweile eng. Der Tenor war: Wir können uns noch ein paar Wochen über Wasser halten.“

Unterstützung aus der Bevölkerung nehme das Amt immer gern in Anspruch, da die Verwaltung schon mit der Suche und Ausstattung von Unterkünften stark gebunden sei. „Ehrenamtliche und Verwaltung arbeiten super zusammen“, so Brandt und Harms. Wer Interesse daran hat, sich in der Flüchtlingsarbeit zu engagieren, könne sich an den „Arbeitskreis Flüchtlinge“ wenden, rät Harms. „Wir können das nur gemeinsam lösen – Politik, Verwaltung und Ehrenamt.“ Auch über Spenden sei man sehr dankbar, erläutert Brandt – besonders für Fahrräder. „Da haben wir einen aktuellen Bedarf von 40 Rändern“, fügt Harms hinzu. Wer Sachspenden zur Verfügung stellen möchte, kann sich zum Beispiel bei der Heilsarmee melden.

Der Arbeitskreis Flüchtlinge, der von Anda Zdravac-Vojnovic koordiniert wird, trifft sich das nächste Mal am Montag, 28. September, von 15 bis 17 Uhr in der Kommunalen Halle im Barmstedter Rathaus. Rachael Olson von der Barmstedter Heilsarmee, die sich beim Arbeitskreis um die Sachspenden kümmert, ist unter der Telefonnummer 04123-3323 zu erreichen. Wer Wohnraum im Amtsbezirk Rantzau zur Verfügung stellen möchte, kann sich unter 04123/688162 an Alexander Harms wenden.
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erstellt am 23.Sep.2015 | 16:30 Uhr

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